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Agieren im Ukraine-Krieg : Das Ansehen Deutschlands ist in Polen tief gesunken

Der Polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki und Bundeskanzler Olaf Scholz im Februar in Berlin Bild: EPA

Voller Hochachtung blickt Deutschland seit dem Ukrainekrieg auf Polen – wegen dessen großer Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge. Umgekehrt ist das nicht der Fall.

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          Die Stimmung ist schlecht zwischen Polen und Deutschland. Auf beiden Seiten ist seit Längerem eine Entfremdung zu spüren. Hinzu kommt jetzt der Krieg in der Ukraine. Er lässt auch vieles in den deutsch-polnischen Beziehungen in neuem Licht erscheinen. Das Ansehen Deutschlands, nicht nur der Bundeskanzler Merkel und Scholz, hat stark gelitten – wegen (vielfach eingestandener) Fehler in der Ost- und Energiepolitik und zuletzt wegen des Berliner Schlingerkurses bei den Waffenlieferungen. Diese Einschätzung teilt Polen mit den baltischen Staaten, der Slowakei und der Tschechischen Repu­blik. Umgekehrt kann Polen mit seiner umfassenden Unterstützung für den angegriffenen Nachbarn einen Ansehensgewinn verbuchen.

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Die Botschafter beider Länder bekamen die Entfremdung massiv zu spüren. Arndt Freytag von Loringhoven, der Deutschland bis zur vorigen Woche in Warschau vertrat, wurde schon zu Beginn seiner Amtszeit aus dem polnischen Regierungslager persönlich angefeindet; oft wurde dabei angeführt, dass sein Vater als Offizier gegen Kriegsende in Hitlers Führerhauptquartier eingesetzt gewesen war.

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