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Lettischer Politiker in Haft : „Er empfing in seinem Anwesen im Putin-Stil“

Der nun wegen Geldwäsche verurteilte Aivars Lembergs Bild: Archiv

Nach einem zwölf Jahre dauernden Prozess muss einer der einflussreichsten Männer Lettlands wegen Geldwäsche in Haft. Sogar Washington hatte Aivars Lembergs schon im Visier.

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          Auf das Ende dieses Prozesses hat Lettland zwölf Jahre und mehr als 700 Verhandlungstage gewartet: Der Oligarch und Politiker Aivars Lembergs muss für fünf Jahre ins Gefängnis, sein Sohn und Geschäftspartner Anrijs für zwei Jahre und einen Monat, Ansis Sormulis, ein weiterer Partner, für zwei Jahre. Außerdem werden in allen drei Fällen Vermögenswerte beschlagnahmt. Die Vorwürfe lauten auf Geldwäsche und Bestechung. Damit endete am Montag das Verfahren gegen einen Mann, dessen Karriere noch in der Sowjetunion begonnen hatte und der bis zu diesem Tag als unantastbar galt.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Auf den einschlägigen Listen der reichsten Bürger Lettlands, wie sie etwa die Zeitung „Dienas Bizness“ erstellt und die bei Vermögenswerten von rund 200 Millionen Euro beginnen, taucht Lembergs zwar – aus welchen Gründen auch immer – nicht auf. Dennoch halten ihn manche Gesprächspartner für den vermögendsten Mann des Landes, sogar für einen Milliardär, der in russischen Banken viel Geld gehortet habe, und auch für einen der einflussreichsten.

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