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„Welt“-Reporter Yücel : Türkisches Verfassungsgericht erklärt Inhaftierung für rechtswidrig

  • Aktualisiert am

Deniz Yücel im Mai 2019 auf dem Weg zum Amtsgericht Tiergarten in Berlin. Bild: dpa

Mehr als ein Jahr nach der Freilassung Deniz Yücels urteilen türkische Verfassungsrichter: Die persönliche Sicherheit und Freiheit sowie das Recht auf Meinungsfreiheit des „Welt“-Reporters sei verletzt worden. Dieser widmet sich indes neuen Aufgaben.

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          Das Verfassungsgericht in Ankara hat die Untersuchungshaft des ein Jahr in der Türkei inhaftierten „Welt“-Reporters Deniz Yücel für rechtswidrig erklärt. Das Recht auf persönliche Freiheit und Sicherheit sei verletzt worden, urteilten die Richter, wie aus der am Freitag im Amtsblatt veröffentlichten Entscheidung hervorging.

          Zudem erhalte Yücel einen Schadenersatz von 25.000 Türkischen Lira (rund 3800 Euro). Eine getrennte Schadenersatzklage laufe aber noch, gab Yücels Anwalt gegenüber Medienvertretern an. Dazu stehe die Entscheidung noch aus.

          Yücel erklärte im Mai dieses Jahres vor dem Amtsgericht Tiergarten in Berlin, er sei zu Beginn seiner Haft misshandelt worden. Wie die „Welt“ berichtet, sei dieser Vorwurf von den türkischen Richtern jedoch einstimmig zurückgewiesen worden.

          Der „Welt“-Korrespondent saß ein Jahr ohne Anklageschrift in der Türkei im Gefängnis, zeitweise in Einzelhaft. Erst im Februar 2018 kam Yücel nach politischem Tauziehen zwischen Berlin und Ankara frei und durfte ausreisen. Gleichzeitig wurde Anklage wegen Terrorpropaganda und Volksverhetzung erhoben. Dieser Prozess gegen den Journalisten wird am 16. Juli in Istanbul fortgesetzt. Sollte Yücel schuldig gesprochen werden, drohen ihm bei Einreise in die Türkei bis zu 18 Jahren Gefängnis.

          Derweil gab der Chefredakteur der „Welt“-Gruppe über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt, Deniz Yücel werde künftig aus Dresden über die Landtagswahlen im Osten berichten. Seit seiner Inhaftierung hatte er nicht mehr regelmäßig für die Zeitung berichtet. In Sachsen und Brandenburg stehen am 1. September Landtagswahlen an. Thüringen wählt am 27. Oktober einen neuen Landtag.

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