https://www.faz.net/-gpf-8whfg

Häftlinge zwangsernährt : Richter blockieren verstörendes Guantanamo-Video

  • Aktualisiert am

Eine Aufnahme aus dem Gefangenenlager Guantanamo im Jahr 2002. Bild: Shane T. McCoy/US Navy/dpa

Als Ausbildungsfilm für Soldaten waren die Bilder geeignet, die Öffentlichkeit soll sie aber nicht sehen: Gefangene, die durch einen Schlauch in der Nase zwangsernährt werden, gefährden laut Gericht Amerikas nationale Sicherheit.

          1 Min.

          Ein amerikanisches Berufungsgericht hat die Veröffentlichung von Videos blockiert, die die Zwangsernährung eines Häftlings im Gefangenenlager Guantanamo zeigen. Die drei Bundesrichter begründeten ihre Entscheidung am Freitag in Washington mit dem Schutz der nationalen Sicherheit.

          Damit hoben sie ein vorinstanzliches Urteil auf, das der Klage von mehr als einem dutzend Medien stattgegeben hatte – danach hatte die Öffentlichkeit ein Recht darauf, die Videos zu sehen. Die Freigabe der Aufnahmen war in Erwartung des Berufungsurteils bereits ausgesetzt worden. Die Behörden hatten argumentiert, bei den Videos handele es sich um ein Verteidigungsgeheimnis, ihre Veröffentlichung gefährde die nationale Sicherheit.

          Auf den Videos der amerikanischen Armee ist zu sehen, wie der in Syrien geborene Jihad Dhiab, der in Guantanamo in den Hungerstreik trat, mit einem Schlauch durch Nase und Speiseröhre zwangsernährt wird. Die Filme wurden zu Trainingszwecken für Soldaten erstellt, die die umstrittene Maßnahme anwenden sollen.

          Hungerstreik gegen anhaltende Haft

          Dhiab war seit 2002 in Guantanamo inhaftiert – auch, nachdem er 2009 für den Gefangenentransfer freigegeben wurde. Aus Protest gegen seine anhaltende Haft schloss er sich 2013 einem Hungerstreik an, an dem sich zeitweise mehr als 100 Insassen beteiligt haben sollen. Fast 50 von ihnen wurden vorübergehend zwangsernährt. Dhiab wurde 2014 aus Guantanamo entlassen und nach Uruguay abgeschoben.

          Amerikas damaliger Präsident Barack Obama hatte bei seinem Amtsantritt 2009 versprochen, das Gefangenenlager in Kuba zu schließen. Angesichts rechtlicher Probleme und heftigen Widerstands im Kongress und in der Öffentlichkeit konnte er das Versprechen letztlich nicht umsetzen.

          Weitere Themen

          Söder (sic!)

          Fraktur : Söder (sic!)

          Im Tanzen zeigt sich die Qualität der Akteure auch darin, das jeweilige Gegenüber gut aussehen zu lassen. Aber gilt das auch für den Journalismus?

          Topmeldungen

          Christian Sewing und Martin Zielke (rechts)

          Nach Zielkes Rückzug : Sewing, übernehmen Sie!

          Es darf bezweifelt werden, dass die Commerzbank den Weg aus ihrer schwersten Krise alleine findet. Und so dürfte es mit Blick auf den Chef der Deutschen Bank bald heißen: Herr Sewing, übernehmen Sie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.