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Datenspionage : Hacker lesen Kommunikation von EU-Diplomaten mit

  • Aktualisiert am

EU-Flagge vor dem Kommissionsgebäude in Brüssel Bild: dpa

Tausende Nachrichten von Diplomaten sind offenbar abgefangen worden. Die Sicherheitsfirma, die das entdeckt hat, nennt auch einen vermutlichen Täter.

          Hacker haben einem Zeitungsbericht zufolge jahrelang das Kommunikationsnetz der EU-Diplomaten angezapft und tausende Depeschen unter anderem über den amerikanischen Präsidenten Donald Trump und das iranische Atomprogramm heruntergeladen. Die „New York Times“ berichtete am Dienstag, die Sicherheitsfirma Area 1 habe die Attacke entdeckt und der Zeitung mehr als 1100 Depeschen zur Verfügung gestellt.

          Das Unternehmen gehe davon aus, dass die Hacker für die chinesische Volksbefreiungsarmee arbeiteten. Das ergebe sich aus dem Muster der Angriffe. Die Depeschen enthielten Zusammenfassungen von Gesprächen mit den Staats- und Regierungschefs von Saudi-Arabien, Israel und anderen Ländern, die innerhalb der EU verbreitet worden seien.

          „Freestyle-Boxkampf ohne Regeln“

          In einer der Meldungen beschreiben EU-Diplomaten ein Treffen Trumps mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Helsinki als „erfolgreich (zumindest für Putin)“, berichtete die Zeitung. Eine weitere Depesche enthalte die umfassende Analyse eines Gesprächs zwischen EU-Vertretern und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, der mit den Worten zitiert werde, Trumps Schikanen gegenüber Peking glichen „einem Freestyle-Boxkampf ohne jegliche Regeln“. In einem dritten Kabel empfehle Caroline Vicini, die stellvertretende Leiterin der EU-Mission in Washington, die „USA als unseren wichtigsten Partner“ zu beschreiben, auch wenn die EU mit der amerikanischen Regierung bei anderen Themen wie dem Klimawandel und dem Atomabkommen mit Iran geteilter Meinung sei.

          Die Hacker seien unter anderem auch in die Netze der Vereinten Nationen sowie von Außen- und Finanzministerien weltweit eingedrungen, berichtet die Zeitung. Manche der mehr als hundert betroffenen Institutionen und Organisationen seien bereits vor Jahren angegriffen worden.

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