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Putins Söldner : Krieg ist ihr Geschäftsmodell

Russische Soldaten im Nordosten von Syrien im Januar 2020 Bild: AFP

Ein privates Militärunternehmen erfüllt für Russland unangenehme Aufträge. Moskau leugnet seine Existenz. Doch die „Gruppe Wagner“ ist in vielen Ländern aktiv – und ihre Teilnahme an Schlachten entscheidet oft über Sieg oder Niederlage.

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          Offiziell besteht das Unternehmen gar nicht, um das sich ein Bericht über den Krieg in Libyen dreht, der dem UN-Sicherheitsrat am 24. April vorgelegt worden ist. Russland, in dessen Auftrag es handelt, leugnet seine Existenz, und der Mann, der es mutmaßlich kontrolliert, bestreitet nicht nur jede Verbindung dazu, sondern behauptet sogar, er sei „äußerst erstaunt“, dass eine solche Firma überhaupt existiere. Das ergibt insofern Sinn, als es sich um eine Söldnergruppe handelt – und so etwas in Russland gesetzlich verboten ist.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

          Doch die Beobachter, die im Auftrag der Vereinten Nationen das Waffenembargo gegen Libyen überwachen, kommen in dem Bericht, der Anfang Mai mehreren Nachrichtenagenturen bekanntgeworden ist, zu eindeutigen Aussagen: Das private Militärunternehmen „Gruppe Wagner“ aus Russland unterstütze den aufständischen General Chalifa Haftar in der Schlacht um die libysche Hauptstadt Tripolis mit 800 bis 1200 Mann. Sie leisteten technische Unterstützung, koordinierten Artilleriefeuer und nähmen auch direkt an Kämpfen teil. Auf diese Weise seien die „Wagner“-Söldner zu einer „effektiven Kräfteverstärkung“ der Truppen Haftars geworden. Es wirkt wie eine Bestätigung dieser Einschätzung, dass die jüngsten Niederlagen Haftars auf den Rückzug der „Wagner“ Kämpfer von der Front folgten.

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