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Saubere Energie aus dem Süden : Wie Spanien zur Großmacht für grünen Wasserstoff werden will

Bald soll die industrielle Produktion beginnen: Wasserstofftanks in der Iberdola-Fabrik in Puertollano Bild: Bloomberg

Spanien will zum „Hub der grünen Wasserstoffindustrie in Europa“ werden – und so russisches Erdgas ersetzen. In der kastilischen Kleinstadt Puertollano nimmt bald die erste Fabrik den Betrieb auf.

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          Im heißen Herzen von Kastilien-La Mancha wird die Sonne geerntet. Am Abhang entlang der Landstraße nach Puertollano wachsen die Solarfelder immer weiter. Früher lebte die Kleinstadt vom Steinkohlebergbau. Ein alter Förderturm im Zentrum erinnert noch daran. Nach der Schließung der Gruben arbeiteten viele der Kumpel dann in der riesigen Raffinerie mit ihren unzähligen Schloten. Heute treiben ihre Söhne die Energiewende voran: Spanien will eine europäische Großmacht für grünen Wasserstoff werden und der frühere Bergarbeiterort mit gut 40.000 Einwohnern die Hauptstadt.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die Photovoltaikanlagen am Stadtrand liefern den Strom, um Spanien zum „Hub der grünen Wasserstoffindustrie in Europa“ zu machen, wie es Ministerpräsident Pedro Sánchez formuliert. Puertollano ist auf diesem Weg am weitesten. Im Industriegebiet am Rand der Stadt steht Europas größte Fabrik für grünen Wasserstoff. Im Mai kam König Felipe zur feierlichen Eröffnung der Anlage, die der Energiekonzern Iberdrola gebaut hat. Überall auf der Welt werden in diesen Tagen neue Projekte vorgestellt, im Süden Kastiliens wird nach dem Probebetrieb schon bald die industrielle Produktion beginnen.

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