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Großmeister tritt zurück : Machtkampf im Malteserorden

  • -Aktualisiert am

Keine Freunde: Papst Franziskus steht mit Robert Matthew Festing, dem Großmeister der Malteser, bei einer privaten Audienz im Vatikan. Bild: dpa

Es geht um Kondome, Intrigen und konservative Hardliner. Ein erbitterter Streit beim katholischen Malteserorden hält den Vatikan in Atem. Nun spricht Papst Franziskus ein Machtwort - und ein Rauswurf folgt.

          Der Großmeister des Malteserordens, Matthew Festing, hat den Machtkampf mit Papst Franziskus verloren. Festing habe seinen Rücktritt eingereicht, teilte der Vatikan mit. Der Brite Festing war am Vortag bei einer Audienz von Papst Franziskus zu diesem Schritt aufgefordert worden. Damit endet der Streit zwischen dem erzkonservativen Festing sowie Ordenspatron Kardinal Raymond Burke auf der einen Seite und den vor allem um die humanitären Ordenspflichten bemühten Mitglieder.

          In dieser Auseinandersetzung hatte Festing Anfang Dezember Großkanzler Albrecht von Boeselager, den Verantwortlichen für die Koordination humanitärer Hilfe, wegen Ungehorsam und „schwerwiegender Probleme“ entlassen wollen. Festing warf Boeselager vor, er habe den Einsatz von Kondomen gegen die Ausbreitung der sexuell übertragenen Immunschwächekrankeit Aids in Myanmar nicht verhindert. Boeselager klagte gegen den Rauswurf vor einem ordensinternen Gericht. Um den Konflikt im Orden zu entschärfen, setzte der Papst eine Vermittlungskommission ein, mit der Festing aber nicht kooperieren wollte. Festing argumentierte, der Orden sei eigenständiges Völkerrechtssubjekt.

          Tatsächlich aber haben sich die Malteser in ihren Statuten und Ordensregeln zum Gehorsam gegenüber dem Papst verpflichtet. „Es ging um den Kampf zwischen all dem, was Papst Franziskus wichtig ist und einer Clique ultrakonservativer Hardliner“, urteilt der Chef der deutschen Malteser-Assoziation Erich Prinz zu Lobkowicz. Festing war im März 2008 auf Lebenszeit zum 79. Großmeister der etwa 13.500 Mitglieder zählenden Organisation gewählt worden. An seiner Seite wirkte bisher als Ordenspatron Kardinal Burke, der zu den schärfsten Papstkritikern zählt.

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