https://www.faz.net/-gpf-6m2pu

Großbritannien : Zweifel an Aussage von James Murdoch zu Abhöraffäre

  • Aktualisiert am

James Murdoch vor dem Parlamentskomitee am Dienstag Bild: AFP

In der britischen Abhöraffäre gerät der Sohn von Rupert Murdoch immer mehr unter Druck. James Murdoch wird von ehemaligen Untergebenen beschuldigt, am Dienstag vor dem Parlamentsausschuss für Kultur und Medien gelogen zu haben.

          2 Min.

          In der britischen Abhöraffäre werden Zweifel an der Aussage von James Murdoch vor einem Parlamentskomitee laut. Der Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch könnte aufgefordert werden, die Widersprüche in seiner Aussage vom Dienstag schriftlich zu erklären, sagte der Vorsitzende des Komitees, James Whittingdale, am Freitag.

          Ein ehemaliger Rechtsberater Murdochs und ein früherer Redakteur hatten gesagt, sie hätten den Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch bereits vor Jahren über eine E-Mail informiert, derzufolge weit mehr Personen von Abhöraktionen bei der Zeitung „News of the World“ gewusst hätten als bis dahin angenommen.

          Er hatte ausgesagt, keine Kenntnis von einer E-Mail gehabt zu haben, aus der hervorging, dass die Abhörpraktiken beim Murdoch-Boulevard-Blatt „News of the World“ nicht auf einen einzigen Reporter beschränkt, sondern weit verbreitet waren. Ein ehemaliger Redakteur der Zeitung, Colin Myler, und der frühere Leiter der Rechtsabteilung des Murdoch-Verlags News International, Tom Crone, teilten am Donnerstagabend mit, sie hätten Murdoch über die E-Mail informiert.

          Murdoch: Halte meine Aussage aufrecht

          Dieser antwortete darauf mit einer Erklärung, wonach er seine Aussage vor dem Parlamentsausschuss aufrecht erhalte. Der Ausschussvorsitzende John Whittingdale sagte, Murdoch solle zu den widersprüchlichen Aussagen befragt werden. Bei der Anhörung hatten die beiden Murdochs die Verantwortung für die Abhöraffäre von sich gewiesen und die Schuld anderen gegeben. (Siehe: Abhörskandal: Cameron bereut Einstellung von Coulson)

          Die „News of the World“ war vor kurzem eingestellt worden, als bekannt wurde, dass Journalisten nicht nur Prominente abgehört und Polizisten bestochen, sondern auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens geknackt hatten. Premierminister David Cameron steht wegen seiner einst engen Kontakte zu Murdoch-Medien ebenfalls in der Kritik. (Siehe auch: Ein Neuanfang für die britische Politik?)

          Unterdessen erlitt der Murdoch-Konzern in Australien bei der von ihm angestrebten Übernahme des Bezahl-Fernsehsenders Austar einen Rückschlag. Die australische Wettbewerbsbehörde entschied am Freitag gegen den Zusammenschluss von Austar mit dem Bezahlfernsehen Foxtel, das zu einem Viertel dem Murdoch-Konzern gehört. Zur Begründung hieß es, Foxtel und Austar seien die einzigen bedeutenden Bezahl-Fernsehsender in Australien. Ihre Fusion würde deshalb auf eine Beinah-Monopolstellung hinauslaufen. In Großbritannien hatte Murdoch sein Angebot für die Komplettübernahme des Bezahlsenders BSkyB nach massivem politischen Druck Mitte des Monats zurückgezogen.

          Weitere Themen

          Nach Spanien kommen kaum noch Migranten

          Asylbewerber ohne Hilfe : Nach Spanien kommen kaum noch Migranten

          Vor der Corona-Krise landeten zeitweilig nirgendwo in Europa so viel Migranten wie in Spanien. Jetzt kommen nur sehr wenige. Die 120.000 Asylbewerber, die sich bereits im Land befinden, sind nun auf sich allein gestellt.

          Topmeldungen

          Auf sich allein gestellt: Migranten im spanischen Lepe

          Asylbewerber ohne Hilfe : Nach Spanien kommen kaum noch Migranten

          Vor der Corona-Krise landeten zeitweilig nirgendwo in Europa so viel Migranten wie in Spanien. Jetzt kommen nur sehr wenige. Die 120.000 Asylbewerber, die sich bereits im Land befinden, sind nun auf sich allein gestellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.