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Staatstrauer ausgerufen : Großbritannien verneigt sich vor seiner Königin

Als König zurück in London: Charles III. mit Camilla nach seiner Ankunft aus Schottland am Freitagnachmittag Bild: Reuters

Schottische Nationalisten, Labour und die regierenden Konservativen – alle trauern gemeinsam um Elisabeth II.

          7 Min.

          Am Morgen kam die frühere Premierministerin Theresa May in ein Studio der BBC und erinnerte sich in wohlgesetzten Worten an die wöchentlichen Audienzen, die sie mit der Königin gehabt hatte, an deren politischen Weitblick, ihre erstaunlichen Detailkenntnisse und ihren Humor. Als May aber ihre Gefühle beschrieb, klang sie wie eine gewöhnliche Frau aus dem Volk: „Ich sitze hier wie so viele Menschen im ganzen Land und denke, dies ist ein Moment, von dem wir alle gehofft haben, dass er niemals eintritt.“ Nach einer Pause sagte sie: „Ich versuche mich darauf einzustellen, dass sie nicht länger da ist.“

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Das versuchten am Tag nach dem Tod von Königin Elisabeth II. sehr viele im Land. Überall machten sich Menschen auf den Weg, um Orte aufzusuchen, die sie mit der Monarchin verbinden, in Balmoral, wo die Queen am Nachmittag zuvor verstorben war, in Windsor, wo sie seit dem Tod ihres Mannes Philip die meiste Zeit residiert hatte, und natürlich in London, wo schon über Nacht Tausende zum Buckingham Pa­lace geströmt waren, um im prasselnden Regen Blumen vor dem Zaun abzulegen. Manche wirkten hilflos, manche in Trance, manche einfach nur dankbar. Viele trugen schwarze Kleidung an diesem Freitag, und an manchen Orten stellte sich über Gesten oder Gespräche jenes Gemeinschaftsgefühl ein, dass die Briten im Juni, bei den Feiern zum Platinum-Jubiläum, unter einer heitereren Note erlebt hatten.

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