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Großbritannien : „Extinction Rebellion“-Aktivisten stören Verbreitung von Zeitungen

Ein Demonstrant klettert in Broxbourne von einer Bambuskonstruktion, die als Blockade vor einer Druckerei genutzt wurde. Bild: dpa

Mehr als 100 Aktivisten blockierten die Zufahrtsstraßen zu Druckereien, die dem Medienkonzern von Rupert Murdoch gehören. Die Polizei nahm Dutzende Menschen fest.

  • Aktualisiert am
          1 Min.

          Umweltaktivisten haben die Verbreitung mehrerer bekannter Zeitungen in Großbritannien gestört. Die Aktivistengruppe „Extinction Rebellion“ teilte mit, sie habe Druckereien in Broxbourne nördlich von London und Knowsley im Nordwesten von England angegriffen, die dem Konzern News Corp. von Rupert Murdoch gehören. Dutzende Demonstranten fesselten sich an Fahrzeuge und ein Gerüst aus Bambus, um die Straße vor den Anlagen zu versperren. In den Einrichtungen werden die Zeitungen „The Sun“, „The Times“, „The Daily Telegraph“, „Daily Mail“ und „Financial Times“ gedruckt.

          Mit dem Protest am Samstag wolle sie vor Augen führen, dass die Konzerne nicht richtig über Klimaprobleme berichteten und sie die Wahrheit manipulierten, damit diese „ihren eigenen persönlichen und politischen Agenden“ entspreche, teilte die Gruppe mit. Die Polizei nahm eigenen Angaben zufolge bis zum Morgen 13 Personen an der Einrichtung in Broxbourne fest. Lastwagen für die Verbreitung der Zeitungen sollen aber noch immer nicht dazu fähig gewesen sein, von dort wegzufahren.

          „Es ist völlig inakzeptabel, den Zugang der Öffentlichkeit zu Nachrichten auf diese Weise einzuschränken“, kritisierte Premierminister Boris Johnson im Kurznachrichtendienst Twitter. Innenministerin Priti Patel sprach von einem „Angriff auf unsere freie Presse, Gesellschaft und Demokratie“.

          Das Vorgehen der Demonstranten stieß nicht nur auf Protest der Regierung, sondern auch der Opposition. Der britische Naturforscher und Tierfilmer David Attenborough lobte in einem Interview mit der „Sun“ die „Leidenschaft“ der jüngeren Generation. Die Verstöße gegen das Gesetz seien aber nicht sinnvoll, betonte der 94-Jährige. 

          Der Betreiber der Druckereien, Newsprinters, teilte mit, der Protest sei ein „Angriff auf die gesamte freie Presse“. Die britische Innenministerin Priti Patel bezeichnete die Blockade bei Twitter als „absolut inakzeptabel“.

          „Extinction Rebellion“ fordert mit Aktionen in mehreren britischen Städten in dieser Woche ein schärferes Vorgehen gegen den Klimawandel. Hunderte Menschen wurden festgenommen.

          Scotland Yard war mit einem großen Polizeiaufgebot nahe des Parlaments und am Trafalgar Square in der Hauptstadt vertreten. „Wir verstehen, dass die Menschen das Recht haben, zu protestieren. Aber sie haben kein Recht, das Leben von Menschen zu stören“, sagte Laurence Taylor von Scotland Yard kürzlich zu den vielen Festnahmen.

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