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Systemischer Rassismus? : Großbritannien wendet sich seinen dunklen Seiten zu

„Black Lives Matter“-Demonstration im vergangenen April in London. Bild: AP

In Großbritannien wird heiß darüber gestritten, ob es im Land einen systemischen Rassismus gibt. Aktivisten stellen berechtigte Fragen – schießen jedoch manchmal über das Ziel hinaus.

          3 Min.

          Zu den vielen Dingen, die in Großbritannien in Bewegung sind, gehört die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. Von „Vergangenheitsbewältigung“ sollte man nicht reden, weil die Nation, jedenfalls ihr größter Teil, die Vergangenheit nie als traumatisch empfand; es geht eher um ein vollständigeres Verständnis. Im Mittelpunkt steht die imperialistische Phase mit ihren dunklen Kapiteln: Kolonialismus und Sklavenhandel. Die Debatte wird nicht nur in Zeitungen und Büchern geführt.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Traditionsuniversitäten, Museen, auch die Denkmalpfleger vom National Trust sehen sich prüfenden Blicken ausgesetzt. Sie lassen Büsten einstiger Helden verschwinden oder verstecken sie in Nebenräumen mit aufklärerischen Tafeln. Auch in der Regierung zeigen Erste Sympathie für die „kritische Rassentheorie“. Stephen Lovegrove, der neue Nationale Sicherheitsberater, sprach unlängst von „systemischer rassenbezogener Ungleichheit“ im Land, deren Wurzeln bis ins Verteidigungsestablishment reichten.

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