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Großbritannien : Raus aus der Schmuddelecke

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Nigel Farage ist Parteivorsitzender der United Kingdom Independence Party (Ukip) und fordert, dass die landesweite Abstimmung über den Verbleib in der EU möglichst zeitnah stattfindet Bild: REUTERS

Unter den ohnehin euroskeptischen Briten haben die Populisten von der „United Kingdom Independence Party“ leichtes Spiel.

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          Die United Kingdom Independence Party (Ukip), muss nicht mehr viel tun, um für ihre europafeindliche Botschaft zu werben. Diese fiel im Königreich auf fruchtbaren Boden und verbreitet sich ohne größere Anstrengung. „Europa geht euren Weg. Ihr habt gesiegt, Freunde!“, hieß es kürzlich in einem Kommentar der Tageszeitung „Daily Telegraph“ zur Ukip. Ihr größter Tag war vermutlich der 23. Januar 2013. Da hielt Premierminister David Cameron seine lange angekündigte Europarede und kündigte an, was die Ukip seit Jahren fordert: ein Referendum, in dem die Briten ja oder nein zur EU sagen können. Natürlich legte Ukip-Chef Nigel Farage nach und verlangte noch am selben Tag, die Volksabstimmung nicht erst 2017, sondern sofort abzuhalten, aber seinem Gesicht war abzulesen, dass er mehr als einen Etappensieg errungen hatte.

          Seit zwei Jahrzehnten existiert die Partei, die von Gegnern des Maastricht-Vertrages gegründet wurde. Aber erst seit der charismatische und gewiefte Farage die Führung übernommen hat, gelingt es ihr, die Regierung vor sich herzutreiben. Systematisch bemüht sich der Parteichef dabei, die Ukip aus der Schmuddelecke herauszuholen. Parteimitgliedern, die sich mit abfälligen Bemerkungen gegenüber Ausländern hervortun, gebietet er Einhalt. Nichts hat er übrig für die anderen Kräfte rechts der Tories wie die British National Party - und auch zu den rechtspopulistischen Bewegungen anderer Länder hält er Abstand. Die Einladung, dem Bündnis von Marine Le Pen und Geert Wilders beizutreten, lehnte er im November ab. Die Repräsentanz im britischen Parlament ist noch bescheiden, aber auf lokaler Ebene und in Brüssel ist die Ukip zu einer Größe geworden. Bei den Wahlen zum Europaparlament im kommenden Mai will Farage seine Ukip erstmals zur stärksten Partei im Königreich machen. Dies wird von vielen für möglich gehalten. Danach will Farage dann Kurs auf Westminster nehmen.

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