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Britische Krise : Truss’ Glücksspiel

Premierministerin Truss mit Kwasi Kwarteng Bild: Reuters

Die neue Regierung in London hat die Finanzwelt in Turbulenzen gestürzt. Dahinter steckt ein unanständiges Machtkalkül.

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          Das krisengewohnte Königreich hat eine weitere Baustelle, seit der neue Schatzkanzler Kwasi Kwarteng mit einer markigen Rede im Unterhaus die Finanzwirtschaft in Turbulenzen stürzte. Seinem Versprechen, mit allen Mitteln Wachstum zu erzeugen und dafür Gutverdiener und Unternehmen steuerlich massiv zu entlasten, folgte eine Kettenreaktion, die mit dem Absturz der Währung und dem Gegensteuern der Zentralbank noch nicht beendet sein dürfte.

          Dass die etablierte Fachwelt die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, dürfte Kwarteng und die neue Premierministerin Liz Truss nicht gewundert haben. Die beiden heben sich seit Langem lustvoll von deren „Orthodoxie“ ab und hatten schon vorher „kontroverse Entscheidungen“ angekündigt. Die Mahnung des Internationalen Währungsfonds wird sie daher eher bestätigen, sehen sie die Institution doch als Hort linker, wachstumsfeindlicher Ökonomen. Unerwartet dürfte allerdings die heftige Reaktion „der Märkte“ gekommen sein. Diese definieren ein günstiges Investitionsklima offenbar nicht nur über eine niedrige Steuerquote, sondern auch mit Blick auf solide Staatsfinanzen.

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