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NHS in Großbritannien : „Erhebliche Verringerung des Impfstoffnachschubs“

Gesundheitsminister Matt Hancock während eines Corona-Briefings in London am 17. März Bild: dpa

In einem Brief warnt der britische Gesundheitsdienst NHS vor deutlich weniger verfügbarem Impfstoff im April. Gesundheitsminister Hancock spricht von einem „normalen Schreiben“. Die Versorgung sei nie linear gewesen.

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          Der staatliche britische Gesundheitsdienst NHS hat die Regierung über eine „erhebliche Verringerung“ des Impfstoffnachschubs in Kenntnis gesetzt. Der Versorgungsengpass werde Ende März beginnen und vier Wochen anhalten, heißt es in einem Brief, der am Mittwoch mehreren Medien zugespielt wurde. Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete den Brief am Abend als ein „normales operationelles Schreiben“ und einen „Standardbrief“, mit dem der NHS auf eine übliche Anfrage der Regierung geantwortet habe. Die Versorgung mit Impfstoff sei nie linear gewesen, und die Vorraussagen gingen „manchmal hoch und manchmal runter“. 

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Hancock versicherte, dass die Zielmarken der Regierung nicht gefährdet seien. Derzeit würden die Über-Fünfzigjährigen als letzte der neun prioritären Gruppen Einladungen erhalten und wie geplant bis 15. April geimpft sein. Auch das Ziel, alle Erwachsenen im Königreich bis Ende Juli geschützt zu haben, werde erreicht werden. Hancock sprach von „phantastischen Fortschritten“ und hob hervor, dass bereits 25 Millionen Einwohner geimpft wurden, womit fast jeder zweite Erwachsene mit mindestens einer Dosis geschützt sei. 

          In einer Pressekonferenz nahm der Gesundheitsminister auch Stellung zur Drohung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, den Export von Impfstoffen von der Europäischen Union ins Königreich zu stoppen, sollte nicht auch in die andere Richtung geliefert werden. Hancock erinnerte daran, dass die britische Regierung die Erforschung des Impfstoff von Astrazeneca mit „zig Millionen Pfund“ unterstützt, die Versorgungsketten – auch in der EU – mitaufgebaut, und einen rechtsgültigen Vertrag vereinbart habe, in dem Großbritannien „die ersten 100 Millionen Dosen“ zugesichert worden seien. London erwarte daher, dass Astrazeneca seinen Verpflichtungen nachkomme und die Impfstoffe auch weiterhin aus europäischen Fertigungsstätten ins Königreich liefere. Zum Prinzip der Vertragserfüllung habe sich auch von der Leyen bekannt. 

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