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Ist die Einheit in Gefahr? : Wie Corona das Vereinigte Königreich spaltet

Ein Graffiti in Glasgow Bild: dpa

Schottland, Wales und Nordirland wollen sich nicht nach Boris Johnsons Vorgaben richten und machen ihre eigene Corona-Politik. Mancher Kritiker des Premierministers sieht die „Einheit des Königreiches“ in Gefahr.

          3 Min.

          Seit Wochen demonstrieren die Regierungen in Schottland, Wales und Nordirland Eigenständigkeit in der Corona-Krise. Sie haben ihre eigenen Pressekonferenzen und Verhaltensregeln. Gewaltig unterscheiden sich die Bestimmungen nicht – weder untereinander noch von den Vorgaben, die Premierminister Boris Johnson in London macht und die in England befolgt werden. Die drei Ministerpräsidenten („First Ministers“) nutzen die Lage eher, um sich als Landesväter und -mütter in Szene zu setzen, die näher an ihren Bürgern sind und vieles besser wissen als „London“.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Nicola Sturgeon, die Johnson schon lange in Abneigung verbunden ist, führt die Rebellen an. Früh hatte die schottische Ministerpräsidentin Johnson vorgeworfen, zu spät und zu schwach auf die Pandemie zu reagieren. Als er den Lockdown behutsam lockerte, sprach sie von „potentiell katastrophalen Konsequenzen“. Das Verdikt bezog sich vor allem auf Johnsons „Ermutigung“, wieder an die Arbeitsplätze zurückzukehren, sofern sich die Arbeit nicht von zu Hause aus erledigen lässt. Auch der schrittweisen Schulöffnung, die Johnson für den 1. Juni anstrebt, steht Sturgeon kritisch gegenüber. Weil die Ferien in Schottland schon im Juni beginnen, will sie die Schulen nicht mehr vor August öffnen.

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