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Großbritannien : Cameron stimmt Landsleute auf schwere Zeiten ein

Ich habe gesprochen: Cameron mit seiner Frau Samantha nach der Rede Bild: AFP

Großbritanniens Premierminister will weiter sparen. David Cameron appellierte in seiner Grundsatzrede an den Unternehmergeist seiner Landsleute.

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          Der britische Premierminister David Cameron hat eine Fortführung des harten Sparkurses angekündigt und die konservative Partei auf schwere Zeiten eingestimmt. Zum Abschluss des Parteitags der Tories in Birmingham sagte er, angesichts der weltwirtschaftlichen Verschiebungen und der neuen Konkurrenz aus den Schwellenländern sei die „Stunde der Wahrheit“ gekommen. Viele europäische Länder befänden sich im Abstieg, weil sie „fett und sklerotisch“ geworden seien. Ohne Taten drohe auch Großbritannien „unterzugehen“. Die Alternative für das Land hieße „Schwimmen oder Sinken“.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Cameron versuchte in seiner Rede indes auch, Optimismus zu entfachen. Mit den Olympischen Spielen in London im Sommer hätten die Briten bewiesen, dass sie „große Dinge tun“ könnten. Der Premierminister, der in einer Koalition mit den Liberaldemokraten regiert, versprach eine faire Lastenteilung bei den begonnenen Reformmaßnahmen und verwahrte sich gegen den Vorwurf, die konservative Partei sei die „Partei der Wohlhabenden“. Die Konservativen seien vielmehr die Partei derer, die wohlhabend werden wollten, und unterstütze alle, die im Leben vorankommen wollten, sagte Cameron. Der Premierminister appellierte an die Unternehmerkultur der Briten und entwarf das Bild einer „strebenden Nation“. Großbritannien befinde sich auf dem „richtigen Kurs“ und sei im Begriff, wieder aufzusteigen.

          In seiner Grundsatzrede rief Cameron dazu auf, mit allen Kräften gegen eine Loslösung Schottlands aus dem Vereinigten Königreich zu kämpfen. Am Morgen war bekanntgeworden, dass Cameron vermutlich schon am kommenden Montag den „Scottish First Minister“, Alex Salmond, in Edinburgh treffen wird, um Details für die geplante Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Schottlands festzulegen. In den vergangenen Tagen seien sich beide Seiten nähergekommen, meldete die BBC.

          Im Mittelpunkt der Gespräche steht die Frage, über welche Frage den schottischen Wähler in dem Referendum gestellt werden soll. Unklar sind bislang auch noch das Mindestalter der Wahlberechtigten sowie das Datum der Abstimmung. Nach unbestätigten Informationen soll nun über die Grundsatzfrage entschieden werden, ob Schottland Teil des Königreichs bleiben soll oder nicht. Als Termin wurde offenbar der Herbst 2014 in Aussicht genommen.

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