https://www.faz.net/-gpf-a0or6

„Großangelegter Angriff“ : Houthi feuern Raketen auf Riad

  • Aktualisiert am

Turki al-Malki, Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Allianz, zeigt im März Überreste einer ballistischen Rakete, die von den Houthi-Rebellen auf Riad abgefeuert worden sein soll. Bild: Reuters

Saudi-Arabien berichtet, es habe ein von den jemenitischen Houthi-Rebellen abgefeuertes Geschoss abgefangen. Ziel sei die Hauptstadt des Landes gewesen. Auch auf Städte im Süden Arabiens hätten die Houthi geschossen.

          1 Min.

          Die schiitischen Houthi-Rebellen im Jemen haben Medienberichten zufolge tief in Saudi-Arabien gelegene Ziele angegriffen. Es handele sich um einen „großangelegten Angriff“, berichtete am Dienstag der Fernsehsender Al Masirah, der der Houthi-Bewegung nahesteht. Ein Sprecher der Houthi-Truppen werde sich im Laufe des Tages dazu äußern. Die von Saudi-Arabien geführte sunnitische Allianz gegen die Houthi teilte mit, sie habe eine von den Rebellen abgeschossene ballistische Rakete abgefangen, die die saudiarabische Hauptstadt Riad zum Ziel gehabt habe. Ein Reuters-Augenzeuge in Riad hörte am frühen Morgen zwei laute Explosionen und sah Rauchwolken am Himmel über der Stadt.

          Drei Raketen der Houthi seien zudem im Süden Saudi-Arabiens abgefangen worden, sagte ein Sprecher der Allianz der staatlichen saudischen Nachrichtenagentur SPA zufolge. Die Raketen seien auf die Städte Nadschran und Dschisan an der Grenze zum Jemen abgefeuert worden. Bereits am Montagabend seien mehrere bewaffnete Drohnen zerstört worden, die ebenfalls Saudi-Arabien zum Ziel gehabt hätten.

          Nach dem Ende einer sechswöchigen Waffenruhe im Mai, die im Zuge der Coronavirus-Pandemie vereinbart worden war, hat die Gewalt zwischen beiden Seiten wieder zugenommen. Seit fünf Jahren bekämpft die von Saudi-Arabien geführte Allianz die Houthi, hinter denen Iran steht, im Jemen. Dort hatten die Rebellen Ende 2014 den von Saudi-Arabien unterstützten international anerkannten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi gestürzt, dem sie Korruption und Misswirtschaft vorwerfen.

          2015 schaltete sich Saudi-Arabien in den Konflikt ein und schmiedete die sunnitische Allianz. Das erzkonservative Königreich Saudi-Arabien und Iran, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift, ringen seit Jahren um die Vormachtstellung in der Region und liefern sich im Jemen einen Stellvertreterkrieg. Sunniten und Schiiten, die beiden größten Gruppen unter den muslimischen Glaubensrichtungen, bekämpfen sich immer wieder – auch in anderen Ländern.

          Weitere Themen

          Geberkonferenz beschließt Nothilfe für Beirut

          Macron hält Wort : Geberkonferenz beschließt Nothilfe für Beirut

          Alleine der Hilfsbedarf für das libanesische Gesundheitssystem wird auf 85 Millionen Dollar geschätzt. Der französische Präsident Macron ruft die libanesische Führung auf, das Land durch Reformen vor dem Untergang zu bewahren.

          Topmeldungen

          „Deutschland muss eine grüne Politik hinbekommen, die den Wohlstand erhält und fördert“, sagt Audi-Chef Markus Duesmann, 51.

          Audi-Chef Duesmann : „Benzin im Blut, grün im Herzen“

          Markus Duesmann ist die neue Allzweckwaffe im VW-Konzern: Audi-Chef und Mann für die Technik von morgen. Ein Gespräch über Macht und Idole, die Liebe zu Motoren und seine Freunde im Ökomilieu.
          Lukaschenka gibt seine Stimme in einem Wahllokal in Minsk ab

          Wahlsonntag in Belarus : Unter den Augen von Soldaten

          In Belarus bereitet sich das Regime auf Proteste gegen das offizielle Ergebnis der Präsidentenwahlen vor. Amtsinhaber Lukaschenka ist gereizt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.