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Griechische Außenministerin Bakogiannis : „Skopjes Anachronismus heizt Spannungen an“

  • Aktualisiert am

Dora Bakogiannis Bild: AFP

Griechenlands Außenministerin Dora Bakogiannis begründet, warum Athen verhindern will, dass Mazedonien kommende Woche unter seinem eigenen Namen zum Nato-Beitritt eingeladen wird.

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          Griechenlands Außenministerin Dora Bakogiannis begründet, warum Athen verhindern will, dass Mazedonien kommende Woche unter seinem eigenen Namen zum Nato-Beitritt eingeladen wird. Mit ihr sprach Michael Martens.

          Griechenland droht, einen Nato-Beitritt seines nördlichen Nachbarn zu verhindern. Gibt es nicht die Möglichkeit eines Kompromisses, der es Mazedonien erlauben würde, mit seinem konstitutionellen Namen der Nato beizutreten?

          Ein Kompromiss ist genau das, woran wir arbeiten. Wir sprechen über das geographische Gebiet, das Mazedonien genannt wird und sich im Herzen des Balkans befindet - das ist eine sehr heikle Region, schwer beladen von ihrer Geschichte. Die Bezeichnung „Mazedonien“ bezieht sich nicht auf ein bestimmtes Land allein. Sie ist stets benutzt worden, um eine größere geographische Region zu beschreiben, von der ungefähr 51 Prozent zu Griechenland, 38 Prozent zu der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien und neun Prozent zu Bulgarien gehören. Griechenland sagt also nur, dass die Monopolisierung der Bezeichnung „Mazedonien“ durch einen einzigen Staat nicht zur regionalen Stabilität beiträgt und dass die geographische Realität berücksichtigt werden sollte. Das spiegelt sich auch in zwei Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und einer der UN-Vollversammlung wider. Wir drängen unsere Freunde in Skopje, mit uns gemeinsam zu einer seit langer Zeit überfälligen, für beide Seiten akzeptablen Lösung eines zusammengesetzten Namens zu kommen, der die geographische Bezeichnung Mazedonien enthält, aber auch die Abgrenzung von der geographischen Region markiert.

          Nach einem Treffen mit Ihnen in Athen sagte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer, dass zwar Griechenland das Recht habe, gegen den Beitritt eines neuen Mitglieds Einspruch zu erheben, es aber kein Beitrittsrecht für Staaten gebe. Haben Sie den Eindruck, dass die anderen Mitglieder der Nato Griechenland in dieser Frage unterstützen?

          Eindeutig. Griechenland ist immer ein zuverlässiger und dauerhafter Befürworter der euroatlantischen Perspektive seiner Nachbarstaaten gewesen. Auf dem Nato-Gipfel in Bukarest werden wir die Einladung Kroatiens und Albaniens zum Beitritt mit großer Freude unterstützen. In früheren Erweiterungsrunden hat die Allianz jedoch auch stets beharrlich auf der Forderung bestanden, dass die Aspiranten das Kriterium der guten nachbarschaftlichen Beziehungen erfüllen. Auch hat die Nato konstant die volle Normalisierung der Beziehungen nicht nur zwischen den Bewerbern selbst, sondern auch mit benachbarten Drittstaaten gefördert, die nicht der Allianz angehören. Nun will aber ein Land beitreten, ohne dass es eine anstehende Angelegenheit gelöst hat, wodurch es die guten nachbarschaftlichen Beziehungen untergräbt und das Verhältnis zu einem alten Verbündeten, der seit mehr als einem halben Jahrhundert Mitglied der Nato ist, negativ beeinflusst.

          Der UN-Unterhändler Nimetz hat mehrere Vorschläge gemacht, unter anderem Ober-Mazedonien und Neu-Mazedonien. Sind diese Vorschläge akzeptabel für Griechenland?

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