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Griechische Außenministerin Bakogiannis : „Skopjes Anachronismus heizt Spannungen an“

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Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Griechenland beteiligt sich konstruktiv und offen daran. Wir haben uns sehr flexibel gezeigt auf der Suche nach einer Lösung, bei der beide Seiten gewinnen können. Die griechische Regierung ist von sich aus zwei Drittel des Weges gegangen, und wir hoffen, dass unsere Freunde in Skopje uns nun irgendwo treffen werden. Die genannten Namen können dabei eine Grundlage für Diskussionen bilden.

Mazedoniens Außenminister Milososki sagt, laut der griechischen Logik könne auch Belgien von Luxemburg verlangen, seinen Namen zu ändern, da es schließlich eine belgische Provinz namens Luxemburg gibt.

Behauptet Luxemburg, dass ein Teil seines Territoriums unter belgischer Besatzung steht? Enthalten Schulbücher in Luxemburg Landkarten mit Hinweisen auf irgendeine Art von größerem Vaterland, das Teile seiner Nachbarstaaten umfasst? In den vergangenen Jahren, und vor allem in jüngster Zeit, sind derlei rhetorische Feuerwerke in Skopje abgebrannt worden. Wir haben bewusst beschlossen, nicht zu antworten. Es geht nicht darum, verbale Luftblasen auszutauschen, um dann für 24 Stunden vor der öffentlichen Meinung des eigenen Landes gut dazustehen. Simplifizierungen helfen uns nicht weiter. Wir brauchen eine reale Lösung für ein sehr reales Problem.

Einige Politiker in Athen behaupten, Skopje verfolge irredentistische Ziele gegenüber der griechischen Provinz Makedonien. Gibt es konkrete Beispiele für diese vermeintliche Position Skopjes?

Es gibt ernsthafte und weitverbreitete Beispiele. Gerade vor einigen Wochen wurde der Regierungschef Gruevski dabei fotografiert, wie er einen Kranz niederlegte an einen Denkmal, auf dem sich eine Karte des sogenannten Großmazedonien befand, das einen wesentlichen Teil Griechenlands bis nach Thessaloniki und zur Ägäis umfasst. Derlei anachronistische Übungen - um es einmal mild auszudrücken - heizen Spannungen und Misstrauen in unseren Beziehungen an. So etwas mag vor einem halben Jahrhundert, zur Zeit des Kalten Krieges, den Zielen politischen Eigennutzes gedient haben, aber es hat im zeitgenössischen Europa keinen Platz. Mehr noch läuft es unserem aufrechten Streben zuwider, Südosteuropa in ein Paradigma friedlicher Koexistenz und Wohlstands zwischen den Nationen zu verwandeln. Dies ist keine Schlacht. Es sind Verhandlungen. Es geht nicht um Sieg oder Niederlage, Ruhm oder Erniedrigung. Es geht um einen Kompromiss, von dem beide Seiten profitieren können. Die Bevölkerung in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien kann nur davon profitieren, eine Vereinbarung mit Griechenland zu erreichen, damit wir dieses bittere Problem hinter uns lassen können. Wir sind ihr größter ausländischer Investor und einer ihrer größten Handelspartner. Die griechische Wirtschaft hat mehr als 20.000 Arbeitsplätze in unserem Nachbarland geschaffen. Politisch kann und sollte Griechenland ein natürlicher Verbündeter und der treueste Fürsprecher der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien sein. Wir sollten uns auf die Dinge konzentrieren, die uns vereinen - nicht auf die, die uns teilen.

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