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Gasstreit im Mittelmeer : Griechenland will Nato im Streit mit der Türkei um Hilfe bitten

  • Aktualisiert am

Die Türkei entsendet immer wieder Bohrschiffe ins Mittelmeer, um nach Erdgas zu suchen. Damit heizt sie die Konflikte mit Zypern und Griechenland weiter an. Bild: dpa

Der Seegrenzstreit Griechenlands mit der Türkei und Libyen verschärft sich. Es geht um viel Gas rund um Zypern. Nun ruft Athen die Allianz auf den Plan.

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          Der Streit um Erdgasvorkommen im Mittelmeer nimmt immer größere Dimensionen an. Griechenland hat dem libyschen Botschafter wenige Tage Zeit gegeben, Details eines vergangene Woche von Tripolis und Ankara unterzeichneten Abkommens über Seegrenzen im Mittelmeer zu präsentieren. „Falls er (der Botschafter Libyens in Athen) uns das Abkommen nicht bringt, werden wir ihn am Freitag zur unerwünschten Person erklären und er wird dann gehen“, sagte Außenminister Nikos Dendias dem griechischen Nachrichtensender Skai am Montag.

          Außerdem kündigte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis an, die Nato im Streit mit der Türkei und Libyen um die Seegrenzen im östlichen Mittelmeer um Hilfe zu bitten. „Eine Allianz kann es nicht ignorieren, wenn eines ihrer Mitglieder offen das internationale Recht verletzt und einem anderen Mitglied zu schaden sucht“, sagte er am Montag auf dem Kongress seiner konservativen Partei Nea Demokratia.

          Ankara und die libysche Regierung in Tripolis hatten am vergangenen Mittwoch ein Abkommen zur Sicherheit, militärischen Zusammenarbeit und Abgrenzung der Einflussbereiche auf See unterzeichnet. Die Übereinkunft solle türkische Rechte im östlichen Teil des Mittelmeeres schützen und dafür sorgen, dass sein Land einen fairen Anteil der dortigen Ressourcen erhalte, hatte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu gesagt.

          Athen hatte daraufhin diese Übereinkunft für ungültig bezeichnet. Die Türkei habe nach internationalem Seerecht gar keine Seegrenzen mit Libyen. Ankara und Tripolis verletzten zudem den griechischen Festlandsockel südlich der Insel Kreta. Nach türkischer Auffassung hat Kreta außer Hoheitsgewässern keinen Festlandsockel. Südlich dieser griechischen Insel werden reiche Erdgasvorkommen vermutet.

          Auch Ägypten sieht durch das Abkommen eigenen Rechte berührt. Griechenlands Außenminister Dendias reiste am Sonntag deshalb nach Kairo, um sich mit seinem ägyptischen Kollegen Sameh Schukri zu besprechen. Dabei vereinbarten sie laut Dendias, „die Demarkierung der ausschließlichen Wirtschaftszonen Griechenlands und Ägyptens zu beschleunigen“. Um die Aufteilung des Seegebiets im östlichen Mittelmeer gibt es schon lange Streit zwischen der Türkei und den anderen Anrainerstaaten.

          Im Zentrum des Konflikts steht die Ausbeutung der Gasvorkommen rund um Zypern. Aus Sicht Zyperns gehört das Seegebiet im Umkreis von 200 Seemeilen um die gesamte Insel zu ihrer ausschließlichen Wirtschaftszone. Die Türkei vertritt dagegen die Ansicht, dass Zypern als Insel keine eigene Wirtschaftszone beanspruchen könne. Die EU unterstützt in dem Streit ihr Mitglied Zypern und hat Sanktionen gegen Ankara verhängt.

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