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Griechenland : Über die Grenze

Griechenland erhält Milliardengeschenke, während das ärmste EU-Land Bulgarien sich mühsam aus der Krise herausgearbeitet hat. Ein kleiner Blick über die Grenze könnte helfen.

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          Während Griechenlands Staatsselbstbediener demonstrieren, erhält ihr Land Milliardengeschenke zur Überwindung der Rezession. So muss es praktisch keinen Eigenanteil mehr für EU-Infrastrukturprojekte zahlen. Das stößt besonders Griechenlands Nachbarstaat Bulgarien auf, dem ärmsten EU-Mitglied. Bulgariens Ministerpräsident schlug daher vor, Athen solle Renten und Sozialbeiträge auf bulgarisches Niveau senken, dann werde die Misere im Nu behoben sein.

          Die Polemik sollte zwar vor allem innenpolitisch Wirkung entfalten, denn am kommenden Sonntag wird ein neuer Präsident gewählt. Doch in anderen EU-Staaten, deren Bürger ebenfalls ärmer sind als die Griechen, wird ähnlich gedacht. Den Griechen ist zu wünschen, dass ihre Krise nicht Ausmaße annimmt wie jene Bulgariens in den neunziger Jahren, als die Wohlfahrt auf Suppenküchenniveau sank. Anders als die Griechen wissen die Bulgaren, was Entbehrungen sind. Das Land hat sich mit rigider Haushaltspolitik aus der Krise herausgearbeitet. Durch einen Blick über die Grenze nach Sofia könnte Athen daher manches lernen.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

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