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„Coronavirus als Vorwand“ : Griechenland: Türkei nimmt keine Migranten mehr zurück

  • Aktualisiert am

Griechische Soldaten an der Grenze zur Türkei (Bild vom 8. März) Bild: Reuters

Die Türkei nutze das Coronavirus als Vorwand, um den Flüchtlingspakt mit der EU zu unterlaufen, beklagt die griechische Regierung. Seit Wochen würden keine Migranten mehr zurückgenommen.

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          Der Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei wird praktisch seit Anfang März nicht mehr angewendet. Ankara nehme wegen der Corona-Pandemie keine Migranten mehr aus Griechenland auf, sagte der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis der Athener Zeitung „Ethnos“ am Sonntag. In den ersten zwei Monaten des Jahres seien die vom EU-Türkei-Flüchtlingspakt vorgesehenen Rückführungen aus Griechenland deutlich gestiegen, teilte der Minister mit. „Die Türkei verweigert (seitdem) hinter dem Vorwand des Coronavirus die Rückführungen“, sagte Mitarakis.

          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Ende Februar erklärt, die Grenze zur EU sei für Flüchtlinge und andere Migranten offen. Daraufhin machten sich Tausende Menschen auf den Weg, um aus der Türkei nach Griechenland und somit in die EU zu gelangen. Griechenland ließ sie jedoch nicht passieren.

          Ein Flüchtlingspakt mit der EU von 2016 sieht eigentlich vor, dass die Türkei illegale Migration in die EU stoppt und Migranten zurücknimmt, die kein Asyl in Griechenland bekommen. Im Gegenzug erhält sie unter anderem finanzielle Hilfe. Erdogan kritisierte, die EU habe ihre Versprechen nicht gehalten. EU-Politiker warfen Erdogan vor, Flüchtlinge für seine politischen Ziele auszunutzen.

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