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Griechenland : Stunden der Wahrheit

Griechenland hatte die Drachme schon in die Kategorie der Erinnerungsstücke eingeordnet und Skulpturen mit ihr bestückt. Kehrt sie nun zurück? Bild: AFP

Ganz Griechenland debattiert in diesen Tagen über die Frage, ob es bald wieder zum Drachmenland wird. Übergangs-Ministerpräsident Pikrammenos versucht zu beruhigen: Es gebe keine Pläne für einen „Grexit“.

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          Niemand wird nach der griechischen Parlamentswahl am 17. Juni behaupten können, es habe in Griechenland an einer umfassenden Diskussion über die Gefahr eines „Grexits“ gemangelt. Der „Grexit“, also der mögliche Austritt Griechenlands aus der Eurozone, ist in aller Munde. Vor der mangels Regierungsbildung nötig gewordenen Wiederholungswahl dreht sich alles um die Frage, ob Griechenland wieder zum Drachmenland wird.

          Michael Martens
          (tens.), Korrespondent/in

          Das scheint auch den Aufstieg von Alexis Tsipras, der als Führer der Linksradikalen mit seiner Pauschalablehnung der Sparpolitik Anfang Mai noch zum Krisengewinner schlechthin erklärt worden war, etwas zu bremsen. Tsipras schleift sich langsam an der schroffen Schuldenwirklichkeit seines Landes ab, die Umfragewerte für seine Partei sanken zuletzt leicht. Die Athener Zeitung „Ta Nea“ vermeldete am Montag auf der Titelseite, sogar Daniel Cohn-Bendit habe das Programm der Linken als „puren Wahnsinn“ bezeichnet.

          Der griechische Übergangspräsident Panagiotis Pikrammenos
          Der griechische Übergangspräsident Panagiotis Pikrammenos : Bild: dpa

          Übergangs-Ministerpräsident Pikrammenos versucht seine Landsleute unterdessen zu beruhigen, so gut das angesichts der Umstände eben geht. Er habe nicht den Eindruck, dass Griechenlands Partnerstaaten Pläne für einen möglichen Austritt des Landes aus der Eurozone vorbereiteten.

          Erst ein „Grexit“, dann ein „Porxit“ und ein „Spaxit“

          Bundeskanzlerin Merkel habe auf derartige Spekulationen mit „Überraschung“ und „Verärgerung“ reagiert, zumal Deutschland die nächste griechische Parlamentswahl nicht als Referendum (über eine Mitgliedschaft in der Eurozone) sehe, so Pikrammenos am Donnerstag.

          EU-Sondergipfel : „Griechenland soll in der Eurozone bleiben“

          Griechenlands europäische Partner haben laut Pikrammenos sogar „Interesse“ gezeigt, der darbenden Wirtschaft des Landes zu helfen und etwas gegen die steigende Arbeitslosigkeit in dem Balkan- und Mittelmeerstaat zu tun.

          In griechischen Medien werden dieser Tage indes auffällig viele Artikel veröffentlicht, die aus Beispielrechnungen zu den Kosten bestehen, die auf die anderen Euro-Staaten zukämen, sollte der „Grexit“ kommen. Dabei wird meist erwähnt, dass nach dem „Grexit“ ein „Porxit“ und ein „Spaxit“ drohten, also Portugal und Spanien in Gefahr gerieten.

          Besonders nervös verfolgt man das Geschehen allerdings in Zypern. Das zyprische Bankenwesen bräche im Falle eines griechischen Staatsbankrotts nämlich mit ziemlicher Sicherheit sofort zusammen, Nikosia müsste dann ebenfalls Hilfe beantragen.

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