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Griechenland : Lastwagenbesitzer beenden Streik

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Nach dem Ende des Streiks der Tank- und Lastwagenfahrer in Griechenland hat sich die Lage am Montag fast vollständig normalisiert. Wie der Verband der Tankwarte am Morgen mitteilte, sind fast 90 Prozent der Tankstellen des Landes mit Treibstoff versorgt worden.

          Der Streik der Lastwagenbesitzer in Griechenland ist beendet. Dies beschlossen die Gewerkschaften der Lastwagenbesitzer am Sonntagnachmittag nach mehreren Stunden Verhandlung. „Wir haben den Streik beendet“, teilte der Präsident des zuständigen Dachverbandes im griechischen Fernsehen mit. Der Streik hatte zu erheblichen Engpässen bei der Versorgung vor allem mit Treibstoff geführt.

          Am Montag war die Lage wieder fast vollständig normalisiert. Wie der Verband der Tankwarte am Morgen mitteilte, waren fast 90 Prozent der Tankstellen des Landes mit Treibstoffen versorgt. Auch die Versorgung der Supermärkte mit Lebensmitteln verlief normal, berichtete der griechische Rundfunk.

          Nach acht Tagen Streik hatte das Militär am Wochenende auf Anordnung der Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Giorgios Papandreou die Belieferung von Krankenhäusern, staatlichen Behörden, Elektrizitätswerken und anderen wichtigen Bereichen wie Häfen und Flughäfen übernommen. Unter Polizeischutz waren am Wochenende mehr als die Hälfte der Tankstellen in Athen und der zweitgrößten Stadt Thessaloniki mit Treibstoff versorgt worden. Wegen des Spritmangels mussten Tausende Urlauber ihre Mietwagen abgeben. Andere, die mit dem Wohnmobil oder dem eigenen Wagen unterwegs waren, mussten auf Campingplätzen oder in Hotels ausharren. Allerdings hatte die Streikbereitschaft schon vor dem offiziellen Ende der Streiks nachgelassen. Einige der Streikenden beugten sich einer von Ministerpräsident Papandreou erlassenen Notverordnung, die sie bei Strafandrohung zur Beendigung ihres Ausstands verpflichtete.

          Die Streikenden besaßen zudem in der Gesellschaft keinen Rückhalt, da ihr Ausstand mitten zur Hauptreisezeit die Tourismusindustrie - und damit eine der wenigen leistungsfähigen Branchen des Landes - ernsthaft schädigte. Unmut bekundeten auch griechische Landwirte, die Einnahmeverluste fürchteten. So verdarben Dutzende Tonnen Pfirsiche, weil sie nicht in die Konservenfabriken geliefert werden konnten. Die erzürnten Landwirte hatten im Januar allerdings ähnliche Methoden angewandt, um ihre Forderung nach höheren Subventionen durchzusetzen.

          Der Streik der Eigner von Lastwagenlizenzen - es sind etwa 33.000 - richtete sich gegen die von der Regierung geplante Öffnung der Branche für den Wettbewerb.

          Vereinzelt war im Verlauf des Streiks von kleineren gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Streikenden und Lastwagenfahrers berichtet worden, die - zum Teil unter Polizeischutz - Tankstellen belieferten. Die Regierung hatte den Streikenden Steuernachlässe und Rentenanpassungen angeboten, hielt aber an ihrer gegenüber der EU und dem Internationalen Währungsfonds eingegangenen Verpflichtung fest, das starre Lizenzsystem dieser geschlossenen Branche bis 2013 abzuschaffen. Ähnlich wie bei den Athener Taxifahrern, die für den Erwerb ihrer Lizenzen Ablösesummen im Wert eines Einfamilienhauses an den Vorbesitzer zahlen müssen, entrichten auch die Inhaber von Fuhrgenehmigungen bis zu 300.000 Euro für den Kauf einer Zulassung.

          Ein Weiterverkauf der Lizenz vor der Pensionierung ist für sie Bestandteil der Altersvorsorge. Die Preise sind so hoch, da Athen seit einem Vierteljahrhundert keine neuen Lizenzen mehr erteilt und die Branche sich erfolgreich gegen alle früheren Versuche einer Öffnung gestemmt hat. Wirtschaftsinstitute haben errechnet, dass Griechenland seine Wirtschaftsleistung durch eine Öffnung der „geschlossenen Berufe“ um mehrere Prozentpunkte steigern könnte.

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