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Nach Öffnung für Hilfsgüter : Grenzübergänge zum Gazastreifen unter Beschuss geraten

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Ein Mitglied der Sicherheitskräfte der palästinensischen Hamas steht im August 2020 am Grenzübergang Kerem Schalom. (Archivbild) Bild: dpa

Zwei Grenzübergänge wurden nach Medienberichten von militanten Palästinensern beschossen. Nach mehreren Stunden Pause flogen wieder Raketen auf israelische Ortschaften. US-Präsident Biden sprach sich für eine Waffenruhe aus.

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          Im Nahostkonflikt ist die Lage weiter angespannt. Zwei Grenzübergänge zum Gazastreifen sind nach Medienberichten am Dienstag nach ihrer vorübergehenden Öffnung unter Beschuss durch militante Palästinenser geraten. Im Bereich von Kerem Schalom, dem einzigen Warenübergang in das Küstengebiet, gab es am Mittag Raketenalarm. In der Nähe des Erez-Übergangs für Personen wurde nach Angaben der Nachrichtenseite ynet ein Mensch bei Mörsergranatenbeschuss verletzt. Eine israelische Armeesprecherin sagte, man prüfe den Bericht. Nach Angaben von Sanitätern wurde ein 19 Jahre alter Mann in ein Krankenhaus gebracht.

          Raed Fattouh, der auf der palästinensischen Seite für die Koordinierung von Warentransporten mit Israel zuständig ist, teilte am Dienstag mit, Kerem Schalom und Erez sollen von 11.00 bis 17.00 Uhr Ortszeit geöffnet bleiben. Über Erez solle auch die Ein- und Ausreise ausländischer Repräsentanten ermöglicht werden. Für ausländische Journalisten war der Übergang kurz nach Beginn der jüngsten Eskalation geschlossen worden. Über Kerem Schalom wurden nach Medienberichten am Dienstag Treibstoff und humanitäre Hilfsgüter in das blockierte Palästinensergebiet gebracht.

          Raketenbeschuss nach Pause fortgesetzt

          Am Vormittag hatten militante Palästinenser ihre Angriffe zunächst gestoppt. Nach sechs Stunden Pause flogen dann jedoch wieder zahlreiche Raketen auf israelische Ortschaften. „Nach sechs Stunden Ruhe heulen im Süden Israels wieder die Warnsirenen“, teilte die israelische Armee mit. Der militärische Hamas-Arm beschoss nach eigenen Angaben die Ortschaft Ofakim.

          Israels Armee teilte derweil mit, im Süden des Gazastreifens sei ein Hamas-Trupp, der Panzerabwehrraketen abfeuern wollte, angegriffen und getroffen worden. Später hieß es auch, man habe eine Drohne abgefangen, die in Richtung Beit Schean im Norden des Landes flog. Das unbemannte Luftfahrzeug war offenbar von Jordanien aus unterwegs, dies wurde jedoch nicht ausdrücklich mitgeteilt. Die Drohne wurde nach Armeeangaben abgefangen, nachdem die Luftwaffe sie überwacht hatte. Die Überreste des zerstörten Luftfahrzeugs seien von Sicherheitskräften eingesammelt worden. Ob die Drohne bewaffnet war, wurde nicht mitgeteilt.

          Aus Protest gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen legten am Dienstag zahlreiche arabische Israelis und Palästinenser im Westjordanland die Arbeit nieder. Die arabische Gemeinde in Israel nannte nach Medienberichten auch die Konfrontationen muslimischer Gläubiger mit israelischen Sicherheitskräften auf dem Tempelberg in Jerusalem sowie die drohenden Zwangsräumungen palästinensischer Familien in Scheich Dscharrah in Ost-Jerusalem als Gründe für den Protest. Im Westjordanland hatte es auch Aufrufe zu einem „Tag des Zorns“ und zu Demonstrationen gegeben. Ausgenommen von dem Streik sind offenbar arabische Ärzte und Krankenschwestern sowie viele Lehrkräfte.

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