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Grenzkonflikt mit Syrien : Neue Granateinschläge - Türkei schießt zurück

  • Aktualisiert am

Türkisches Kriegsgerät in einer Militärbasis in Suruc nahe der türkisch-syrischen Grenze Bild: REUTERS

An der türkisch-syrischen Grenze ist es einen Tag nach der Kriegswarnung von Ministerpräsident Erdogan wieder zu Scharmützeln gekommen. Nachdem abermals Granaten aus Syrien südtürkisches Gebiet trafen, erwiderte das Militär das Feuer.

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          Heftige Bürgerkriegsgefechte im syrischen Grenzgebiet zur Türkei stellen die angespannten Beziehungen zwischen Damaskus und Ankara auf eine harte Probe. Als Reaktion auf einen weiteren Granateinschlag auf türkischem Boden feuerte die Armee am Samstag abermals zurück. Damit beschoss die Türkei zur Vergeltung bereits den vierten Tag in Folge Ziele im Nachbarland.

          Offiziell werteten die türkischen Behörden den Vorfall aber nicht als Angriff auf ihr Land. Außenminister Ahmet Davutoglu äußerte sich zudem zurückhaltender als der Regierungschef, der Syrien und die Türkei zuvor als „nicht weit von einem Krieg entfernt“ beschrieben hatte. Die Autorisierung militärischen Handelns durch das Parlament diene lediglich der Abschreckung, sagte der Minister dem Sender TRT. Das syrische Regime schwieg weiter zu den Zwischenfällen.

          Die aus Syrien abgefeuerte Mörsergranate war in einem Feld in der Nähe des türkischen Dorfes Güveççi gelandet, nur 50 Meter von der Grenze entfernt. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, wurde niemand verletzt. Das türkische Militär habe sofort das Feuer erwidert. Den Berichten zufolge deutete das Amt des Gouverneurs von Hatay den Vorfall als fehlgeleiteten Angriff der syrischen Armee auf die Aufständischen im eigenen Land. Die Kämpfe im Grenzgebiet seien heftiger geworden.

          Massive Gefechte in der Region meldete auch die syrische Opposition. Nahe der Kleinstadt Dschisr al-Schogur seien an der Grenze zur Türkei Rebellen und Regierungstruppen aufeinandergeprallt, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Mindestens 25 Soldaten und drei oppositionelle Kämpfer seien getötet worden. Landesweit starben den Angaben zufolge mindestens 60 Menschen.

          Ungerührt: Der syrische Diktator Baschar Al Assad am Samstag bei der Ehrung am Grab des unbekannten Soldaten in Damaskus
          Ungerührt: Der syrische Diktator Baschar Al Assad am Samstag bei der Ehrung am Grab des unbekannten Soldaten in Damaskus : Bild: dpa

          Die Lage zwischen Syrien und der Türkei ist explosiv, seit am Mittwoch im türkischen Akcakale nahe der syrischen Grenze eine Mutter und ihre vier Kinder durch Granaten starben. Wenig später beschoss die Türkei erstmals Ziele in Syrien. Der arabische Sender Al-Dschasira meldete 34 Todesopfer - Oppositionelle sagten hingegen, die Zahl der Toten liege im einstelligen Bereich. Am Donnerstag erlaubte das Parlament in Ankara der Regierung für ein Jahr Militäreinsätze über die Grenze hinweg. Am Freitag landete abermals eine Granate auf türkischem Boden - ohne das jemand verletzt wurde.

          Teltschik: Lage „außerordentlich gefährlich“

          Der frühere Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Horst Teltschik, warnte die Nato vor einem schnellen Eingreifen. Der Konflikt sei „außerordentlich gefährlich“, weil die Lage so unübersichtlich sei, sagte der ehemalige Kanzlerberater im Deutschlandradio Kultur. Man wisse gar nicht, wer da schieße. „Es könnte ja auch sein, dass Gruppen der Opposition auf die Türkei zu schießen beginnen, um den Konfliktfall mit der Türkei und das Eingreifen der Türkei und damit der Nato zu erzwingen.“

          Syrien hat sich bisher nicht für die Zwischenfälle entschuldigt. Die staatliche Agentur Sana verbreitete stattdessen die Nachricht, dass Assad zum Jahrestag des „Befreiungskriegs“ im Oktober 1973 eine Gedenkstätte für die „Märtyrer“ besuchte. Vor 39 Jahren hatte mit dem Überfall ägyptischer und syrischer Streitkräfte auf Israel der Jom-Kippur-Krieg begonnen.

          Auf die Drohung syrischer Rebellen, 45 iranische Geiseln zu ermorden, reagierte inzwischen das Außenministerium in Teheran. Es handele sich um wehrlose Pilger, die zu menschlichen Schutzschilden gemacht worden seien, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Irna den Sprecher. Das sei ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Das Ministerium machte auch die Türkei, Saudi-Arabien und Katar für das Leben der Geiseln verantwortlich. Die Iraner waren den Regimegegnern Anfang August in die Hände gefallen. Der Iran gehört neben Russland zu den wichtigsten Unterstützern des Assad-Regimes.

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