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wiedergutmachtung für Gräueltaten  : Namibia lehnt deutsches Angebot ab

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Vor dem Abmarsch in den Kampf gegen die aufständischen Hereros in Deutsch-Südwestafrika wird die 2. Marine-Feldkompanie eingesegnet. (Archivfoto von 1904). Bild: dpa

Die Aufarbeitung der deutschen Kolonialzeit in Namibia ist weiter offen: Das Angebot der Bundesregierung, zehn Millionen Euro als finanzielle Wiedergutmachung zu zahlen, sei „nicht akzeptabel“, wird Namibias Präsident Hage Geingob zitiert.

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          Die namibische Regierung hat ein deutsches Angebot einer Wiedergutmachung für die Gräueltaten während der Kolonialzeit abgelehnt. Die Vorschläge der Bundesregierung seien nicht akzeptabel, erklärte die Regierung von Präsident Hage Geingob in einem Statement auf Facebook am Dienstagabend. Deutschland und Namibia verhandeln seit 2015 über finanzielle Zahlungen und eine Entschuldigung für die Verbrechen an den Volksgruppen der Herero und Nama im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika.

          Namibischen Medienberichten zufolge erklärte sich die Bundesregierung bereit, zehn Millionen Euro an Namibia zu zahlen und eine vorbehaltlose Entschuldigung auszusprechen. Präsident Geingob hatte Anfang Juni bereits angekündigt, ein solches Angebot abzulehnen. Nach einer weiteren Verhandlungsrunde habe er am Dienstag den namibischen Verhandlungsführer Zed Ngavirue beauftragt, über ein neues Angebot zu verhandeln, heißt es in der Erklärung der Regierung.

          Streitpunkt ist neben der Höhe der Wiedergutmachung auch deren Bezeichnung. Die Bundesregierung lehnt den Begriff Reparationen ab und spricht stattdessen von der Aufgabe, „Wunden zu heilen“. Ngavirue bezeichnet diesen Ausdruck als unangemessen.

          Zwischen 1904 und 1908 ermordeten deutsche Kolonialtruppen Zehntausende Herero und Nama im heutigen Namibia. Historiker bezeichnen diese Gräueltaten als „ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts“. Unter Generalleutnant Lothar von Trotha hatte eine rund 15.000 Soldaten umfassende Streitmacht eine Rebellion der Einheimischen niedergeschlagen. Viele wurden getötet, andere in die wasserlose Wüste getrieben, wo sie verdursteten. Schätzungen zufolge kamen rund 80.000 Herero und Nama ums Leben. Deutsch-Südwestafrika war von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie.

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