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Krieg gegen die Ukraine : Die Gräber von Isjum

In der Nähe der Stadt Isjum werden nach der Rückeroberung Leichname von Zivilisten ausgegraben. Bild: AFP

In den Orten des Gebiets Charkiw, die von den ukrainischen Truppen befreit worden sind, werden die Folgen der russischen Besatzung sichtbar: Gräberfelder und Folterkeller. Russland spricht von einer Inszenierung.

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          Etwa 440 Gräber haben die ukrainischen Behörden nach der Befreiung von Isjum in einem Waldstück nahe der Stadt gefunden. Aufnahmen des Gräberfelds zeigen Holzkreuze, die zwischen den Baumstämmen im sandigen Boden stecken, auf manchen stehen Namen, auf den meisten nur Zahlen. „Die Bestatter wussten nicht, was das für Menschen sind, aber sie haben sie aufgesammelt und auf diesem Friedhof begraben“, sagte Igor Kotenko, der Beauftragte der ukrainischen Regierung für Vermisste.

          Reinhard Veser
          Redakteur in der Politik.

          Die meisten seien vermutlich durch Artilleriebeschuss getötet worden, sagte er dem russischsprachigen Fernsehsender Currenttime.tv. „Das schließen wir aus den Daten auf den Kreuzen – die Leute kamen um, als sie die Stadt beschossen haben.“ Ein Ermittler der Charkiwer Polizei sagte dem britischen Sender Sky News, alle Leichname würden nun exhumiert und gerichtsmedizinisch untersucht. In seiner abendlichen Videoansprache sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj: „Butscha, Mariupol und jetzt leider Isjum. Russland hinterlässt überall Tod. Dafür muss es sich verantworten.“

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