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Beitrag in russischer Zeitung : Gorbatschow warnt Russland und Amerika vor atomarem Wettrüsten

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„Der erste Schritt muss getan werden!“ Michail Gorbatschow bei der Vorstellung seines jüngsten Buches am 10. Oktober in Moskau. Bild: AFP

Der letzte UdSSR-Präsident fordert von Wladimir Putin und Donald Trump, das System der Nuklearvereinbarungen nicht zusammenbrechen zu lassen. Die Folgen wären katastrophal.

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          Angesichts eines weltweit drohenden atomaren Wettrüstens hat Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow die Präsidenten Russlands und die Vereinigten Staaten zu Gesprächen aufgerufen. „Im Zentrum eines solchen Treffens sollten die Reduzierung von Atomwaffen und die Stärkung der strategischen Stabilität stehen“, schrieb Gorbatschow in der Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ (Donnerstag).

          In seinem Appell verwies der ehemalige sowjetische Präsident darauf, dass sich im Dezember die Einigung auf den sogenannten INF-Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion zum 30. Mal jährt. Dieser sieht eine Vernichtung von nuklearen Kurz- und Mittelstreckenraketen vor. Gorbatschow und der damalige amerikanische Präsident Ronald Reagan hatten ihn am 8. Dezember 1987 unterschrieben. Zuletzt hätten sich Moskau und Washington Verletzungen des Vertrags vorgeworfen, kritisierte er.

          Sollte es zu einem neuen atomaren Wettrüsten kommen, würde der Vertrag obsolet werden, warnte Gorbatschow. „Wenn das System der Atomwaffenbegrenzung zusammenbräche (...), wären die Folgen katastrophal.“

          Der Weg sei nicht einfach, denn groß seien die gegenseitigen Vorbehalte, schrieb der 86-Jährige. Doch auch 1987 sei es kein leichter Schritt gewesen. „Letztlich spielte der politische Wille der Anführer beider Länder die entscheidende Rolle.“

          Gorbatschow forderte die Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump auf, das System der Atomvereinbarungen nicht zusammenbrechen zu lassen. „Der erste Schritt muss getan werden!“ Dies wäre auch ein mächtiges Signal an die Welt, meinte er. Zuletzt hatten der Atomstreit mit Nordkorea und eine mögliche Abkehr Trumps vom Atomabkommen mit dem Iran Sorgen vor weltweiten Spannungen geschürt.

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