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Golfkrise : Europäische Ratlosigkeit

Trauerzug für den getöteten Qassem Soleimani und fünf andere Opfer des amerikanischen Angriffs in Bagdad in Teheran. Bild: dpa

Die Europäer sind zwar in einer bequemen Lage zwischen Amerika und dem Nahen Osten. Aber die traurige Wahrheit ist: Sie haben so gut wie keinen Einfluss auf den Gang des Geschehens.

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          Es ist keine kommode Position, in der sich die Europäer befinden: Sie halten die Tötung des iranischen General Soleimani für falsch, wenn nicht für desaströs, so wie sie schon die Entscheidung des Präsidenten Trump für falsch hielten, aus dem Atomabkommen mit Iran auszusteigen. Gleichzeitig wollen sie sich nicht offen gegen die Vereinigten Staaten stellen – wo sie das tun, ist der Ertrag kläglich. Und über die negative Rolle, die Iran in Syrien, im Irak und im Jemen spielt, sind sie sich im Klaren.

          Die traurige Wahrheit ist, wieder einmal: Viel tun, um die Spirale der Gewalt zu stoppen, können sie nicht. Ihre verzweifelten Bemühungen, das Atomabkommen vor dem Exitus zu retten, fruchten nicht, im Gegenteil: Teheran fühlt sich nicht länger an weitere Auflagen gebunden. Das ist ein schwerer Schlag. Ob das Abkommen tot ist oder ob es noch einen Rest Hoffnung gibt, das hängt von Entscheidungen ab, die „Europa“ nur begrenzt beeinflussen kann.

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