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Gipfel zu Ukraine-Konflikt : Putin hat gute Karten

Armdrücken im Normandieformat: Putin und Macron verhandeln in Paris über die Lösung des Ukraine-Konflikts. Bild: dpa

Am Montag findet in Paris ein Normandie-Gipfel zum Ukraine-Konflikt statt. Russlands Präsident hat bei den Gesprächen eine starke Verhandlungsposition, während die Nato uneins und Angela Merkel geschwächt ist.

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          Wladimir Putin geht mit noch breiterer Brust in den Pariser Gipfel zum Ukraine-Konflikt im sogenannten Normandie-Format als üblich. Der Kontext ist für Russlands Präsidenten günstig: Seine Position in Syrien ist noch stärker geworden. Der Gastgeber, Präsident Emmanuel Macron, sucht Putins Nähe, angeblich im Interesse gemeinsamer Terrorbekämpfung und „ohne Naivität“.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Katharina Wagner

          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          Die von Macron für „hirntot“ erklärte Nato tritt uneins auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die mit Macrons Vorgänger einst auf dem Höhepunkt der russischen Aggression gegen die Ukraine Putin die Minsker Vereinbarungen abrang, ist geschwächt. Sie will Putin auf Russlands unterlassene Hilfe bei der Aufklärung des Mordes an einem Tschetschenen in Berlin ansprechen, den laut Ermittlern ein Russe mit Staatsverbindungen verübte. Um die Stimmung nicht zu trüben, wies Berlin in dem Fall bisher nur zwei russische Diplomaten aus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, im Frühjahr mit Friedensversprechen gewählt, steht innenpolitisch unter Druck und ist nach außen im Washingtoner Streit um die „Ukraine-Affäre“ in unbequemer Lage. Putin reist unbeschwert an.

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