https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/gipfel-von-minsk-13-punkte-fuer-frieden-in-der-ostukraine-13425247.html

Gipfel von Minsk : 13 Punkte für Frieden in der Ostukraine

  • Aktualisiert am

Der ukrainische Präsident Poroschenko am Donnerstag während des Gipfels in Minsk Bild: Reuters

Nach einem nächtlichen Verhandlungsmarathon in Minsk haben sich die Konfliktparteien auf einen 13-Punkte-Plan für einen Frieden in der Ostukraine verständigt. FAZ.NET dokumentiert die Punkte.

          1 Min.

          Das Abschlussdokument des Minsker Gipfels, mit dem das Abkommen vom September umgesetzt werden soll, sieht einen Plan mit 13 Punkten vor.  Die Punkte im Überblick:  

          1. Waffenruhe ab Sonntag um 00.00 Uhr.

          2. Abzug der schweren Waffen aus einer Pufferzone. Die Regierungstruppen müssen sich hinter die aktuelle Frontlinie zurückziehen, die Separatisten hinter die im September im Minsker Abkommen vereinbarte Demarkationslinie. Der Abzug der Waffen beginnt am zweiten Tag nach der Waffenruhe und muss nach spätestens 14 Tagen abgeschlossen sein.

          3. Die OSZE überwacht die Waffenruhe und den Abzug der Waffen.

          4. Nach dem Abzug der Waffen sollen Gespräche über Wahlen in Donezk und Lugansk sowie den künftigen Status der beiden Regionen beginnen. Grundlage ist ein Gesetz, mit dem Kiew den abtrünnigen Regionen vorübergehend mehr Selbstständigkeit zugestanden hatte. Das ukrainische Parlament muss innerhalb von 30 Tagen festlegen, für welches Gebiet dies genau gelten soll. Die Regionen können darüber entscheiden, welche Sprache sie nutzen wollen.

          5. Eine gesetzliche Amnestieregelung soll alle Konfliktbeteiligten vor Strafverfolgung schützen.

          6. Freilassung aller Gefangenen.

          7. Sicherstellung humanitärer Hilfsleistungen.

          8. Beide Seiten müssen an einer Wiederherstellung der Sozial- und Wirtschaftsbeziehungen arbeiten, damit etwa die Zahlung von Renten und Steuern wieder aufgenommen werden kann. Kiew verpflichtet sich, den Bankensektor im Konfliktgebiet wieder aufzubauen.

          Bild: DPA

          9. Die Ukraine soll die vollständige Kontrolle über die Grenze zu Russland übernehmen. Dieser Prozess soll nach den geplanten Wahlen beginnen und spätestens Ende des Jahres abgeschlossen sein. Bedingung ist, dass die Verfassungsreformen unter Punkt 11 umgesetzt werden.

          10. Rückzug aller ausländischen Kämpfer, Söldner und Waffen unter Aufsicht der OSZE. Entwaffnung aller illegalen Gruppen.

          11. Bis Ende 2015 muss eine neue ukrainische Verfassung in Kraft treten, die eine Dezentralisierung des Landes ermöglicht und mit Vertretern der abtrünnigen Regionen abgestimmt ist. Ein Gesetz zum künftigen Sonderstatus von Donezk und Lugansk muss ebenfalls bis Jahresende verabschiedet werden.

          12. Wahlen in den abtrünnigen Regionen unter Aufsicht der OSZE, ein Termin ist nicht angegeben.

          13. Die Kontaktgruppe soll noch intensiver zusammenarbeiten und Arbeitsgruppen zur Umsetzung des Friedensplans einsetzen.

          Vierer-Gipfel : Einigung auf Waffenruhe in Ostukraine

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Zwei der Angeklagten mit ihren Verteidigern im Dresdener Juwelenraub-Prozess

          Prozess um Juwelenraub : Keinen Deal um jeden Preis

          Wandelt sich der Prozess um den Diebstahl aus dem Grünen Gewölbe zum Basar? Das Gericht sollte auf seinen Forderungen bestehen oder die Abmachungen mit den Angeklagten aufkündigen.
          Vorstandschef Mark Zuckerberg will bei Meta die Kosten reduzieren.

          Facebook-Mutterkonzern : Meta macht wieder etwas Hoffnung

          Der Internetkonzern erleidet einen weiteren Umsatzrückgang – schneidet aber besser als erwartet ab. Vorstandschef Mark Zuckerberg ruft ein „Jahr der Effizienz“ aus. Aber er akzeptiert weiter Milliardenverluste mit dem Metaversum.
          Am verlagseigenen Imbiss: der Katapult-Chefredakteur Benjamin Fredrich (35) trat am Dienstagabend von seinen Ämtern zurück.

          „Katapult“-Chef tritt zurück : „Ich bin offensichtlich gescheitert“

          Benjamin Fredrich, der Gründer des „Katapult“-Magazins, tritt nach Vorwürfen zu seinem Ukraine-Engagement unerwartet zurück. Recherchen von „Übermedien“ hatten zuvor Probleme in der „Katapult Ukraine“-Redaktion und Beschwerden von Ex-Mitarbeitern aufgedeckt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.