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Giftanschlag in Salisbury : Britischer Verteidigungsminister sieht neue Ära der Kriegsführung

  • Aktualisiert am

Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson warnt vor Russlands Präsident Putin. Bild: ESTONIAN DEFENCE FORCES/HANDOUT/

Neue schwere Vorwürfe gegen Russland: Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson bewertet den Giftanschlag auf den ehemaligen Spion Skripal als Werk des Kremls. Gegen Präsident Putin wird der Konservative persönlich.

          Nach Ansicht des britischen Verteidigungsministers Gavin Williamson hat „die Welt eine neue Ära der Kriegsführung betreten“. Der russische Präsident Wladimir Putin versuche, andere Länder zu unterminieren, unter anderem durch Cyberattacken. Der Anschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal vor vier Wochen sei eine „kaltblütige, chemische Attacke“ gewesen und Putins Verhalten „bösartig“, schrieb Williamson in der Zeitung „Sunday Telegraph“. „Wir sollten nicht vergessen, dass das der erste offensive Gebrauch eines Nervengifts in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg war.“

          Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury entdeckt worden. Sie waren nach britischen Angaben mit einem Kampfstoff vergiftet worden, der einst in der Sowjetunion hergestellt worden war. London hält daher Putin für den Drahtzieher des Anschlags. Der Kreml weist das strikt zurück und fordert Beweise für die Beschuldigungen. Der Streit löste eine schwere internationale diplomatische Krise aus.

          Moskau pocht unter anderem darauf, Kontakt zu Julia Skripal zu bekommen, der es inzwischen deutlich besser geht. Ein Sprecherin des Außenministeriums sagte, man denke darüber nach. Es müssten aber auch gesetzliche Vorgaben und die Wünsche der Frau berücksichtigt werden. Sergej Skripal befindet sich weiter in einem kritischen Zustand.

          Unterdessen gibt es immer mehr Klagen von Geschäftsleuten in Salisbury über finanzielle Einbußen seit dem Anschlag. Etliche Touristenbusse halten nicht mehr in der Kleinstadt an, die wegen ihrer Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert bekannt ist. Viele Geschäfte haben geschlossen. Die Ermittlungen werden noch Monate dauern.

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