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Wahl in Griechenland : Er ist wieder da

Der ehemalige Finanzminister Giannis Varoufakis bei einer Wahlkampftour. Bild: EPA

Giannis Varoufakis zieht bei der Wahl in Griechenland mit seiner Partei ins Parlament ein. Der Selbstdarsteller bekommt eine neue Bühne – die allerdings nicht so groß und hell ist wie die der internationalen Finanzpolitik.

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          Es hat gereicht. MeRA25, die Partei von Giannis Varoufakis, hat die Dreiprozenthürde zum Einzug in das Athener Parlament genommen. Der Parteiname ist ein Akronym für „Europäische realistische Ungehorsams-Front“. Damit wird der begnadete Selbstdarsteller und nicht ganz so begnadete einstige griechische Finanzminister künftig wieder eine Bühne haben. Sie ist zwar nicht mehr ganz so groß und hell ausgeleuchtet wie im ersten Halbjahr 2015, als Varoufakis eine Weile in der internationalen Finanzpolitik mitmischen durfte. Damals hätte er sogar fast Erfolg gehabt mit seinem Plan, Griechenland um die Last des Verbleibs in der Eurozone zu erleichtern. Aber Varoufakis wird sich auch in der Athener Volksvertretung öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen wissen. Das ist schließlich seine Spezialität.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Politisch wird er freilich kaum eingreifen können, denn er hat keine Verbündeten im Parlament. Ähnlich, wie er 2015 in Europa alle potentielle Freunde Griechenlands durch seine selbstinszenatorischen Ausfälle verprellt hatte, gibt es in der griechischen Politik niemanden mehr, der ihm traut. Bei der Nea Dimokratia von Kyriakos Mitsotakis, dem neuen Ministerpräsidenten, hält man Varoufakis ohnehin für einen Quartalsirren, den zum Glück niemand mehr ernst nehmen muss. Doch auch sein einstiger Chef Alexis Tsipras hat sich von ihm distanziert. Varoufakis zum Finanzminister zu machen sei ein Fehler gewesen, der die griechische Wirtschaft viel gekostet habe, sagte Tsipras unlängst selbstkritisch in einem Interview.

          Eine Kraft, die Griechenland verändert

          Doch mag Varoufakis in der Politik auch keine Partner mehr haben, er hat noch Wähler. Darunter sind jene, die sich enttäuscht abgewandt haben von Tsipras Syriza-Partei, dem „Bündnis der radikalen Linken“, das sie nicht länger für radikal oder auch nur links halten. Für sie verkörpert Varoufakis das, was Syriza einmal war oder sein wollte: Eine Kraft, die Griechenland verändert und Europa gleich mit. Das kommt schon im Namen seiner Partei zum Ausdruck.

          Varoufakis hat für seine Idee, ausgerechnet aus lauter Unbotmäßigen eine Front aufzustellen, auch internationale Unterstützer gewonnen. Wolfgang Schäuble, sein einstiger Gegenpart in Deutschland, gehört zwar nicht dazu, dafür aber der amerikanische Linguist Noam Chomsky („Sprache und Geist“) und die Schauspielerin Pamela Anderson („Baywatch“), wie unlängst griechischen Medien zu entnehmen war. Nach unbestätigten Berichten strebt die „Europäische realistische Ungehorsams-Front“ zudem eine enge Kooperation mit dem „Zentrum für politische Schönheit“, der „Volksfront von Judäa“ und der „Judäischen Volksfront“ an.

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