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Gewaltausbruch im Kosovo : Verletzte an Grenzübergang und in Prishtina

  • Aktualisiert am

Festgenommen: Ein serbischer Demonstrant mit der T-Shirt-Aufschrift „Großserbien“ muss die Gedenkstätte der Amselfeldschlacht bei Prishtina wieder verlassen Bild: REUTERS

Im Monat des Amselfeld-Gedenkens hat es im Kosovo zahlreiche Verletzte gegeben. Kosovarische Sicherheitskräfte haben serbische Demonstranten des Landes verwiesen. In Prishtina griffen Unbekannte drei Busse mit serbischen Kindern an.

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          Kosovarische Polizei und eine Gruppe serbischer Demonstranten sind am Donnerstag am Grenzübergang Medare zusammengestoßen. Dabei wurden laut Angaben der Nachrichtenagentur AFP dutzende Menschen verletzt worden. Die Serben hätten die Polizisten angegriffen, nachdem diese sie des Landes verwiesen worden seien, teilte die kosovarische Polizei mit. Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich Augenzeugen zufolge in Prishtina, wo Schulkinder in einem Bus angegriffen wurden.

          Nach Behördenangaben waren etwa 70 Serben am Donnerstag zum Amselfeld nahe der kosovarischen Hauptstadt gereist, um dort der Schlacht von 1389 zu gedenken, die als Geburtsstunde der serbischen Nation betrachtet wird. Die Gruppe sei jedoch des Landes verwiesen worden, weil sie die öffentliche Ordnung von Kosovska Mitrovica gestört habe. Die nördlich gelegene Stadt liegt an der Grenze zum mehrheitlich von Serben bewohnten Nordkosovo, dessen Bevölkerung sich nicht als Teil des Kosovo sieht.

          Steine auf Schulbusse

          Nach der Ausweisung hätten die Serben am Grenzposten Merdare Steine und andere Geschosse auf die kosovarische Grenzpolizei geworfen.Den Angaben zufolge wurden dabei mindestens 32 Beamte verletzt. Neun von ihnen mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die serbische Nachrichtenagentur Beta berichtete, dass auch 20 Serben Verletzungen erlitten hätten. Drei von ihnen seien angeschossen worden.

          Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich am Donnerstag in Prishtina selbst, wo laut Augenzeugen drei mit kosovo-serbischen Schulkindern besetzte Busse mit Steinen beworfen wurden. Rund zehn Kinder seien durch Glassplitter zerbrochener Fensterscheiben verletzt worden, zwei von ihnen mussten demnach im Krankenhaus behandelt werden. Die kosovarische Polizei kündigte eine Untersuchung des Vorfalls an.

          Die Nato-geführte Kosovo-Truppe Kfor verurteilte die Angriffe, bei denen auch Molotow-Cocktails auf die Busse geflogen seien. Die Taten stünden dem Bemühen um Sicherheit für alle Bürger des Kosovo entgegen, hieß es in einer Erklärung. Teil der Kfor-Truppe im Kosovo ist auch die Bundeswehr, für die derzeit rund 750 deutschen Soldaten in der früheren serbischen Provinz stationiert sind.

          Die Lage in der Grenzregion zwischen Serbien und dem Kosovo, das 2008 seine Unabhängigkeit erklärte, ist äußerst angespannt. Serbien erkennt die Unabhängigkeit seiner früheren Provinz nicht an.

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