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Gewalt in Nordirland : Die Folgen des Brexits

  • -Aktualisiert am

Nächtliche Krawalle in Belfast am 7. April Bild: dpa

Die Ausschreitungen in Belfast haben auch etwas mit dem EU-Austritt zu tun. Johnsons Bilanz ist nicht so strahlend, wie sein Erfolg beim Impfen nahelegt.

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          Es gibt ohne Zweifel eine Reihe von örtlichen Faktoren, die beim jüngsten Gewaltausbruch in Nordirland eine Rolle spielen. Dass unter Unionisten offenbar der Eindruck entstanden ist, dass für die republikanische Seite die Regeln in der Pandemie nicht gelten, ist Gift für das seit längerem wieder schwierige politische Klima in der Provinz.

          Aber der Brexit macht alles natürlich noch einmal schwieriger. Viele Unionisten glauben eben auch, dass sie für den EU-Austritt geopfert wurden, was nicht ganz unwahr ist. Die Handelsgrenze, die Johnson in der Irischen See akzeptierte, weist Nordirland eine Sonderrolle im Vereinigten Königreich zu, was zu einem Gefühl von Abtrennung führt.

          In den viereinhalb Jahren zwischen der Volksabstimmung und dem Ende der Übergangsphase gab es immer wieder Versuche, aus Aktienkursen oder Wachstumszahlen herauszulesen, ob der Brexit vorteilhaft sei oder nicht. Das war unseriös, weil die Auswirkungen erst mit Vollzug des Austritts wirklich offenbar werden.

          Das einzige Plus, das Johnson da bisher vorweisen kann, ist die schnelle Impfstoffbeschaffung – die ihm allerdings auch als EU-Mitglied möglich gewesen wäre. Auf der Sollseite stehen schlechtere Bedingungen für den Handel mit der EU und das Wiederaufleben eines Konfliktes, für den es bisher eine gute Lösung gab: die EU-Mitgliedschaft Irlands und des Vereinigten Königreichs.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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