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Gewalt in Afghanistan : Zivilisten durch Bombe getötet

  • Aktualisiert am

Starke Sicherung: Ein Regierungsgebäude in der Provinz Farah Bild: Reuters

Ein Bus sei auf einen am Straßenrand versteckten Sprengsatz gefahren, heißt es von der Provinzregierung in Farah. Mindestens acht Menschen starben. In Dschalalabad stürmten Bewaffnete unterdessen ein Regierungsgebäude.

          Bei einer Explosion in der westafghanischen Provinz Farah sind mindestens acht Zivilisten getötet worden. Ein Reisebus sei im Bezirk Bala Blok auf eine am Straßenrand versteckte Bombe gefahren, sagte der Sprecher der Provinzregierung, Nasir Mehri. Mindestens 40 weitere Personen wurden verletzt, mehrere davon schwer. Die Zahl der Opfer könne noch steigen, sagte Mehri.

          Die westliche Provinz Farah ist seit Monaten schwer umkämpft. Mitte Mai gelang es den radikalislamischen Taliban, Teile der Provinzhauptstadt Farah für mehrere Tage einzunehmen. Es war das erste Mal seit dem Fall der nordafghanischen Stadt Kundus im Herbst 2015, dass den Taliban die – wenn auch kurzzeitige – Eroberung einer Provinzhauptstadt gelungen war.

          Zahl getöteter Zivilisten auf höchstem Stand seit 2009

          Nach Angaben der Vereinten Nationen hat die Zahl der bei Konflikten in Afghanistan getöteten Zivilisten den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009 erreicht. Im ersten Halbjahr 2018 wurden nach einem Bericht der UN-Mission Unama mindestens 1692 Zivilisten getötet – ein Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

          Unterdessen stürmten Bewaffnete am Dienstag in der afghanischen Provinzhauptstadt Dschalalabad ein Regierungsgebäude. Nach Behördenangaben gab es mindestens zwei Explosionen, bevor die Angreifer auf das Gelände des Flüchtlingsamts vordrangen. In der Nähe befinden sich auch die Büros zahlreicher internationaler Organisationen.

          Vor dem Anschlag hätten sich Vertreter ausländischer Organisationen sowie ausländische Geber in dem Gebäude mit Behördenmitarbeitern getroffen, sagte Sprecher Attaulla Chogiani. Eine „große Anzahl“ Mitarbeiter sei gerettet worden, aber es sei unklar, wie viele Menschen sich noch im Inneren befänden.

          Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, ein schwarzes Auto habe drei bewaffnete Männer am Eingangstor des Flüchtlingsamtes abgesetzt. „Einer der Männer sprengte sich in die Luft und die zwei anderen drangen ins Gebäude ein.“ Ein AFP-Reporter berichtete von Schüssen.

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