https://www.faz.net/-gpf-abi0g

Gewalt in Afghanistan : Zahlreiche Tote bei Explosion vor Schule in Kabul

  • Aktualisiert am

Mitten in Kabul: Ein verletztes Mädchen wird nach der Explosion in einer Schule in ein Krankenhaus gebracht. Bild: EPA

Eine Explosion vor einer Schule in der afghanischen Hauptstadt fordert viele Tote. Schon früher gab es Anschläge islamistischer Extremisten in dem vor allem von Schiiten bewohnten Viertel Kabuls.

          2 Min.

          Bei einem Sprengstoffanschlag vor einer Schule in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind nach Angaben aus Regierungskreisen mindestens 40 Menschen getötet worden. Bei einem Großteil der Toten und Dutzenden Verletzten handele es sich um Schüler, sagte ein ranghoher Beamter des Innenministeriums. Die Regierung sprach von einem „Terroranschlag“.

          Ein Ministeriumssprecher sprach zunächst von mindestens 25 Toten bei dem Vorfall nahe einer Schule im Westen der Stadt. Nach offiziellen Angaben des Bildungsministeriums sind die Mehrzahl der Verletzten Mädchen. Über den Hintergrund der Explosionen wurde zunächst nichts bekannt. Augenzeugen berichteten von Raketeneinschlägen. In anderen Berichten war von einer Autobombe die Rede. Der Bereich sei abgesperrt worden, berichtete das Innenministerium, ohne Details zu nennen.

          Weitere Verschlechterung der Sicherheitslage befürchtet

          Der Anschlag ereignete sich in einem mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadtteil, während die Bewohner ihre Einkäufe für das Eid-al-Fitr-Fest zum Ende des Ramadans in der kommenden Woche erledigten. Der Stadtteil Dascht-e-Bartschi war bereits mehrfach Ziel von Anschlägen sunnitischer Extremisten. Vor einem Jahr hatten bewaffnete Angreifer dort ein Krankenhaus gestürmt und 25 Menschen getötet, unter ihnen 16 Frauen auf einer Geburtsstation.

          Trotz dem begonnenen Abzug der ausländischen Truppen aus Afghanistan dauert die Gewalt in dem Krisenland an, wo aufständische Islamisten die von der NATO gestützte Regierung bekämpfen. Der neue US-Präsident Joe Biden hatte einen Truppenabzug bis zum 11. September angekündigt – dem 20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA, die den Einmarsch in Afghanistan zur Folge hatten. 

          Rund 10.000 Soldaten der NATO-geführten Ausbildungsmission „Resolute Support“, unter ihnen rund 2500 Soldaten aus den USA und rund 1100 aus Deutschland verlassen nun das Land. Schon seit Wochen wird Material aus dem Land gebracht.

          Die Taliban erobern mehrere Bezirke in Afghanistan

          Die islamistischen Taliban gehen unterdessen massiv gegen das Militär und die Regierung im Kabul vor. Beobachter befürchten eine weitere Verschlechterung der Sicherheitslage. Die Friedensbemühungen zwischen der Regierung und den Taliban sind ins Stocken geraten.

          Erst vor wenigen Tagen war in dem Land ein weiterer Bezirk an die Taliban gefallen. Dem Provinzrat Bismillah Atasch zufolge eroberten die Islamisten nach Gefechten mit den Sicherheitskräften den Bezirk Burka in der Provinz Baghlan im Norden. In anderen Landesteilen schlugen die Sicherheitskräfte der Regierung in den vergangenen Tagen mehrere Offensiven der Taliban zurück.

          In den Provinzhauptstädten Gasni und Kalat seien die Kämpfe nach Entsendung zusätzlicher Regierungskräfte abgeflaut. Auch in der Provinz Helmand im Süden des Landes machten die Sicherheitskräfte Fortschritte, hatte es am Mittwoch von Provinzräten geheißen. Kabul hatte Spezialkräfte in die Region geschickt und Luftschläge in mehreren Bezirken durchgeführt.

          Weitere Themen

          Die Bilanz des G7-Gipfels in Cornwall Video-Seite öffnen

          Klimawandel und Pandemie : Die Bilanz des G7-Gipfels in Cornwall

          Das Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industrienationen in Carbis Bay wurde von friedlichen Protesten für eine gerechtere Welt begleitet. Indes zeigten sich die Beteiligten optimistisch, gemeinsam die Pandemie und den Klimawandel zu bewältigen.

          Deutsche Reichsflagge soll verboten werden

          Vor Innenministerkonferenz : Deutsche Reichsflagge soll verboten werden

          Die Innenminister wollen mit einem Mustererlass das Zeigen bestimmter ehemaliger deutscher Flaggen untersagen. Rechtsextremisten nutzen etwa die Reichsflagge von 1892 als Ersatzsymbol für die verbotene Hakenkreuzflagge.

          Topmeldungen

          Teilnehmer einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen stehen am 29. August 2020 vor dem Reichstag in Berlin — darunter auch ein Teilnehmer, der die Reichsflagge hochhält.

          Vor Innenministerkonferenz : Deutsche Reichsflagge soll verboten werden

          Die Innenminister wollen mit einem Mustererlass das Zeigen bestimmter ehemaliger deutscher Flaggen untersagen. Rechtsextremisten nutzen etwa die Reichsflagge von 1892 als Ersatzsymbol für die verbotene Hakenkreuzflagge.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.