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Gewalt im Irak : Bush bekräftigt Vorwürfe gegen Iran

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Bush: nicht sicher, inwieweit Teheran von Lieferungen weiß Bild: REUTERS

Präsident Bush hat die Vorwürfe des amerikanischen Militärs bekräftigt, wonach Irans Revolutionsgarden die Aufständischen im Irak mit Waffen beliefern. Zugleich lobte er jedoch „Fortschritte“ bei der Lösung des Atomstreits mit Teheran.

          Nach den amerikanischen Streitkräften hat nun auch Präsident George W. Bush Iran beschuldigt, Waffen an die Aufständischen im Irak zu liefern. Diese technisch hochwertigen Waffen würden von iranischen Revolutionsgarden über die Grenze gebracht und gefährdeten die amerikanische Truppen im Irak, sagte Bush am Mittwoch in Washington.

          Er sei sich nicht sicher, inwieweit die Führung in Teheran davon wisse. „Aber wir wissen, dass die Revolutionsgarden Teil der iranischen Regierung sind“, sagte Bush. Das amerikanische Militär im Irak ergriffe Maßnahmen, um die iranischen Waffenlieferungen zu stoppen.

          „Gute Fortschritte“ im Atomstreit

          Die Vereinigten Staaten setzten weiter auf diplomatische und friedliche Mittel, um den Iran von der Herstellung von Nuklearwaffen abzubringen, sagte Bush. Dabei gebe es auch positive Entwicklungen: „Wir machen gute Fortschritte zur friedlichen Lösung dieser Angelegenheit.“ Die amerikanische Regierung würde sich mit der Führung in Teheran auch bilateral zusammensetzen, wenn Iran sein Atomprogramm aussetze und die Gespräche Aussicht auf Erfolg hätten. Diese Perspektive gebe es aber derzeit nicht.

          „Ich will sicherstellen, dass die ganze Welt engagiert bleibt“, sagte Bush. Dies sei der erfolgreichere Weg. Das jüngste Abkommen im Rahmen der Sechs-Staaten-Gespräche mit Nordkorea über die schrittweise Einstellung des militärischen Nuklearprogramms Nordkoreas sei dafür ein guter Beleg.

          „Schreckliche Konsequenzen“

          Die anhaltende Gewalt im Irak und die Bombenanschläge in Bagdad dürfen nach den Worten Bushs das amerikanische Engagement im Irak nicht in Frage stellen. Wären die amerikanischen Truppen nicht im Lande, würden „schreckliche Konsequenzen“ drohen wie das Auseinanderbrechen der Regierung und noch mehr Gewalt. Die irakische Regierung erfülle ihre Versprechungen in ihrem Bemühen, die Sicherheit in Bagdad zu verstärken. Die Zusammenarbeit der Iraker mit den amerikanischen Truppen entwickle sich sehr positiv ebenso wie die Umsetzung der neuen amerikanischen Strategie.

          Auf einen Bus der von Bush des Waffenschmuggels bezichtigten iranischen Revolutionsgarden war am Dienstag in der iranischen Provinz Belutschistan ein Anschlag verübt worden. Dabei kamen elf Menschen ums Leben (siehe dazu: Unruhiges Belutschistan: Elf Tote bei Bombenexplosion).

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