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Gespräche zwischen Nord- und Südkorea : Präsident Lee empfängt Delegation aus Pjöngjang

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Vorsichtige Annäherung: Südkoreas Vereinigungsminister Hyun In Taek (r.) empfängt den Nordkoreaner Kim Yang Gon Bild: AP

Wieder vorsichtige Annäherung auf der koreanischen Halbinsel: Der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak will an diesem Sonntag erstmals in seiner Amtszeit eine nordkoreanische Delegation in Seoul empfangen.

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          Wieder vorsichtige Annäherung auf der koreanischen Halbinsel: Der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak will an diesem Sonntag erstmals in seiner Amtszeit eine nordkoreanische Delegation in Seoul empfangen. Ein Sprecher des Wiedervereinigungsministeriums, Chun Hae Sung, teilte am Samstag mit, die Begegnung werde im Blauen Haus des Präsidenten stattfinden. Weitere Details wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

          Zuvor waren in der südkoreanischen Hauptstadt erstmals seit zwei Jahren wieder ranghohe Regierungsdelegationen Nord- und Südkoreas zusammengekommen. Das Treffen zwischen dem von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il entsandten ranghohen Funktionär Kim Yang Gon.und dem südkoreanischen Wiedervereinigungsminister Hyun In Taek dauerte nach offiziellen Angaben rund 80 Minuten. Die sechs Nordkoreaner verlängerten danach ihren Aufenthalt.

          Sie waren am Freitag zu den Trauerfeierlichkeiten für den früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung nach Seoul gekommen. Kim war wegen seiner Versöhnungspolitik sowohl im Süden als auch im Norden beliebt. Es ist das erste Mal überhaupt, dass Nordkoreaner offiziell an Trauerfeierlichkeiten für einen südkoreanischen Staatschef teilnahmen.

          Schreiben von Kim Jong Il übergeben

          Der nordkoreanische Geheimdienstchef, der auch für innerkoreanische Beziehungen zuständig ist, übergab nach einer Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap einen Brief von Staatschef Kim Jong Il. Seine Delegation wollte eigentlich am Samstagnachmittag abreisen. Geheimdienstchef Kim verabredete sich aber zu einem Abendessen mit Wiedervereinigungsminister Hyun, wie aus Regierungskreisen verlautete.

          Der südkoreanische Präsident Lee wird in den nordkoreanischen Medien regelmäßig als „Verräter“ bezeichnet. Der konservative Politiker vertritt seit seinem Amtsantritt im Februar vergangenen Jahres die Linie, südkoreanische humanitäre Hilfe für den verarmten kommunistischen Norden an Fortschritte bei den Atomgesprächen zu koppeln.

          Nordkorea hat mit seinem zweiten Atomwaffentest im Mai und dem Abfeuern mehrerer ballistischer Raketen im Juni die Spannungen im Verhältnis zur internationalen Gemeinschaft erheblich verschärft. Zudem hat sich das Land im April von den Sechs-Parteien-Gesprächen zur atomaren Abrüstung zurückgezogen. Zuletzt gab es indes versöhnliche Signale: die Freilassung zweier US-Journalistinnen und eines Südkoreaners Anfang dieses Monats.

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