https://www.faz.net/-gpf-807bc

Millionen-Strafe : Gericht verurteilt Palästinenser wegen Terror-Hilfe

  • Aktualisiert am

Einer der Anschläge ereignete sich im Juli 2002 in der Cafeteria der Hebrew Universität in Jerusalem. Bild: AP

Ein Gericht in Amerika hat die Palästinenserbehörde und die PLO dazu verurteilt, wegen Unterstützung von Terroranschlägen Hunderte Millionen Dollar Strafe zu zahlen. Die Palästinenser beschuldigen wiederum Israel, das amerikanische Rechtssystem auszunutzen.

          1 Min.

          Wegen Unterstützung von Terroranschlägen in Israel hat ein Gericht in Manhattan die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) und die Palästinensische Autonomiebehörde zu einer Strafe in Millionenhöhe verurteilt. Beide Institutionen hätten zwischen 2002 und 2004 sechs Terroranschläge in Jerusalem unterstützt, bei denen Amerikaner ums Leben gekommen seien, urteilte das Gericht laut New York Times am Montag (Ortszeit). Insgesamt seien bei den Anschlägen 33 Menschen getötet und mehr als 450 verletzt worden.

          Die Strafe setzte das Gericht auf rund 218 Millionen Dollar (etwa 190 Millionen Euro) fest. Aufgrund eines speziellen Terrorismus-Gesetzes in Amerika wird sie jedoch auf rund 656 Millionen Dollar verdreifacht.

          Palästinenser kündigen Berufung an

          In Ramallah zeigten sich die Autonomiebehörde und die PLO enttäuscht über das Urteil und kündigten Berufung an. Laut der Zeitung „New York Times“ gaben sie nicht an, ob sie bereit oder in der Lage seien, die Strafe zu zahlen. Sie beschuldigten die israelische Regierung und israelische Hardliner, das amerikanische Rechtssystem auszunutzen, um Extremismus zu rechtfertigen und eine Zwei-Staaten-Lösung zu sabotieren. Die Autonomiebehörde werde weiter Extremismus und Gewalt anprangern und sich um eine friedliche Lösung des Konflikts bemühen, hieß es in der Mitteilung weiter.

          Geklagt hatten die Nachlassverwalter zahlreicher amerikanischer Opfer der Anschläge. Sie dürfen unter einem Anti-Terrorismus-Gesetz in Amerika klagen, auch wenn der Anschlag im Ausland passiert ist. Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden.

          Weitere Themen

          „Wir werden nie wieder ein Lockdown machen“ Video-Seite öffnen

          Trumps Große Versprechen : „Wir werden nie wieder ein Lockdown machen“

          Der Bundesstaat Florida könnte für den Wahlausgang am 3. November eine wichtige Rolle spielen. In dem Bundesstaat gibt es große lateinamerikanische Bevölkerungsgruppen. Die kubanischen Amerikaner im Süden tendieren traditionell zu den Republikanern, die Puerto Ricaner in Zentralflorida eher zu den Demokraten.

          Die Angst der Republikaner

          Senatswahl in Amerika : Die Angst der Republikaner

          Können die Demokraten Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat in ihre Hand bringen? Die Republikaner fürchten den Verlust ihrer Mehrheit, weil sogar einst sichere Sitze in Gefahr sind.

          Topmeldungen

          Angst vor Anschlägen: Ein Polizist bewacht am Freitag vor dem Freitagsgebet die Große Moschee in Paris.

          Lehren aus Nizza : Woher kommt dieser Hass?

          Mit Attentaten wie in Nizza versuchen Islamisten freiheitliche Gesellschaften in den „Clash of civilizations“ zu treiben. Welche Ursachen hat das – und was kann getan werden, um es zu verhindern?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.