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Gerhard Schröder in Paris : Nur nicht über Putin sprechen

Nur eine „Einzelperson“? Gerhard Schröder Bild: dpa

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder kann sich nicht dazu durchringen, die Völkerrechtsverletzungen durch Russland zu verurteilen. Auf einer Veranstaltung in Paris hält er zu seinem Freund Putin.

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          Über die Ukraine und seinen „ami Poutine“ will Gerhard Schröder am Montag im Palais Beauharnais in Paris am liebsten nicht reden. Doch die Gäste in der Residenz der deutschen Botschafterin - französische Minister und ehemalige Regierungsmitglieder, Unternehmens- und Bankdirektoren sowie andere Entscheidungsträger aus Politik und Kultur - lassen nicht locker.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Ob der frühere Kanzler sich nicht doch eine Mittlerrolle vorstellen könne? „Ich kann da als Einzelperson nichts ausrichten“, sagt Schröder und lobt die Vorschläge Frank-Walter Steinmeiers „mit dem ich viel rede“.

          Mit Putin indes will er nicht über die Ukraine gesprochen haben, „warum auch, ich will mich da nicht einmischen!“ Der frühere Bundeskanzler kann sich nicht dazu durchringen, die Völkerrechtsverletzungen durch Russland zu verurteilen. „Bringen Sie mich nicht in eine Situation, in der sich etwas sage, was ich nicht sagen will“, sagt er. Er habe ohnehin nicht mit dem russischen Präsidenten telefoniert, „da wird man nur abgehört“, sagt Schröder.

          Der Rentner

          Vor dem französischen Publikum lässt er keinen Zweifel daran, dass er Sanktionsdrohungen gegen seinen Freund in Moskau für wenig hilfreich hält. Den Vorstoß des französischen Intellektuellen Bernard-Henri Levy, Putin von den Feierlichkeiten am 6. Juni in der Normandie anlässlich des 70. Jahrestages der Anlandung der Alliierten auszuladen, hält er für „ein bisschen unhistorisch“ und insgesamt für eine schlechte Idee. Am liebsten aber will er von den während seiner Kanzlerschaft durchgesetzten Reformagenda sprechen, die zwar keine „Blaupause“ für Frankreich sein kann, aber an der sich die Franzosen trotzdem ein Beispiel nehmen könnten.

          François Hollande warnt er, dass er über die Reformen seinen Job verloren habe. Zugleich fordert er den französischen Präsidenten auf, „selbstbewusst seinen Reformfahrplan“ vor der EU-Kommission zu verteidigen und „nicht sklavisch“ die Maastricht-Forderungen zu erfüllen. Schröder erinnert daran, dass Deutschland 2003 und 2004 gegen die Maastricht-Regeln verstoßen habe, anders sei es nicht möglich gewesen, die Reformen durchzusetzen. Was aber passiert, wenn François Hollande weder die Maastricht-Kriterien einhält noch eine Reformagenda durchsetzt? „Das will ich mir nicht vorstellen“, sagt Schröder, der sich einen Rentner nennt. Er wolle jetzt lieber in Paris spazierengehen.

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