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Entwicklungsminister Müller : „Migration aus Afrika ist nicht das Hauptproblem“

  • Aktualisiert am

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller besucht 2017 eine Kakaoplantage in der Elfenbeinküste. Bild: obs

Die EU tue viel zu wenig, um die Verhältnisse in Afrika zu verbessern, sagt Gerd Müller. Der CSU-Politiker hält auch wenig davon, „immer nur über mehr Abschiebungen nach Tunesien oder Marokko“ zu reden.

          Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat mehr Hilfe für Afrika gefordert. Die EU müsse „ihre Investitionen zur Überwindung von Hunger und Armut und zur Schaffung von Bleibeperspektiven vor Ort mindestens verdoppeln“, sagte Müller den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Hilfe der EU für Afrika wird laut Müller zwar von 4,5 auf 5,5 Milliarden Euro pro Jahr steigen. „Mit diesen Regentropfen werden wir Afrika, das 100-mal so groß wie Deutschland ist, aber nicht zum grünen Kontinent machen“, kritisierte der Minister.

          Müller sagte weiter, dass „Migration aus Afrika nicht das Hauptproblem“ in Deutschland sei. „Unter den Top-10-Herkunftsländern von ausreisepflichtigen Personen in Deutschland ist nur ein afrikanischer Staat: Nigeria auf Platz sieben“, so der Politiker. Davor stünden Staaten wie Serbien, Kosovo, Albanien, Russland und der Irak. „Wir müssen hier ansetzen und nicht immer nur über mehr Abschiebungen nach Tunesien oder Marokko reden“, so Müller.

          Regeln für Aufnahme von Bootsmigranten

          Der CSU-Politiker forderte eine Lösung für aus Seenot gerettete Bootsmigranten auf dem Mittelmeer. „Die am stärksten betroffenen Länder der EU müssen Absprachen treffen, welches Land welche Rettungsschiffe an Land lässt.“ Zudem müsse die Verteilung der Personen geklärt werden. Zuletzt hatten mehrere EU-Staaten über einen längeren Zeitraum Rettungsschiffen von Hilfsorganisationen mit Migranten an Bord die Einfahrt in europäische Häfen verwehrt.

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