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Geplante Koran-Verbrennung : „Ein Propaganda-Geschenk“ für antiamerikanische Extremisten

  • Aktualisiert am

Das Vorhaben aus Florida ist auch in Jakarta bekannt Bild: AFP

Das Vorhaben einer kleinen evangelikalen Gemeinde in Florida, am 11. September die Heilige Schrift des Islam zu verbrennen, stößt weltweit auf Kritik und Empörung. David Petraeus, Kommandeur der amerikanischen Truppen in Afghanistan, vergleicht die Aktion in ihrer Bedeutung mit den Misshandlungen in Abu Ghraib.

          Der Kommandeur der amerikanischen Truppen in Afghanistan, David Petraeus, befürchtet, dass die geplante Koran-Verbrennung in Florida so schwere Folgen für das Ansehen Amerikas haben würde wie der Gefängnisskandal von Abu Ghraib 2004. In einem Interview des Senders NBC sagte Petraeus am Mittwoch, die Bilder von der am Samstag vorgesehenen Protestaktion einer kleinen radikalen Kirchengemeinde „wären ein Propaganda-Geschenk“ für antiamerikanische Extremisten.

          „Wir sind besorgt, dass die Bilder ... in der gleichen Weise benutzt würden wie Bilder von Abu Ghraib - sie wären sozusagen nicht zu löschen“, so der General. „Sie würden von jenen benutzt, die uns Böses wollen, um zur Gewalt anzustacheln und die öffentliche Meinung gegen uns und unsere Mission hier ein Afghanistan aufzubringen - und zweifellos auch gegen unsere Missionen rund um die Welt.“

          Petraeus bezog sich dabei auf die Misshandlung von Gefangenen durch amerikanische Soldaten im Gefängnis Abu Ghraib im Irak. Fotos, die 2004 im Internet auftauchten, lösten damals weltweit Abscheu und Empörung aus, insbesondere aber in der islamischen Welt.

          Vor der amerikanischen Botschaft in Jakarta

          Petraeus bekräftigte in dem in Auszügen vorab veröffentlichten Interview auch seine Sorge, dass amerikanische Soldaten in Afghanistan durch die Koran-Verbrennung in Gefahr geraten könnten.

          Pastor Jones wartet auf ein Signal Gottes

          Terry Jones, der Pastor einer radikalen, lediglich 50 Mitglieder zählenden Kirchengemeinde in Gainesville (Florida), zeigte sich am Mittwoch trotz weltweiter Kritik an dem Vorhaben unbeirrt. Er bekräftigte, dass er mit der Aktion am neunten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September dem „radikalen Islam“ klarmachen wolle, „dass wir sein Verhalten nicht tolerieren werden“. Jones deutete jedoch ein mögliches Einlenken in dem Fall ein, dass Gott ihm ein entsprechendes Signal sende.

          Jones hat nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 100 Morddrohungen erhalten und trägt jetzt eine Pistole bei sich. Der Sender MSNBC zitierte ein Mitglied der evangelikalen Gemeinde, dem Dove World Outreach Center, mit den Worten, Kirchenmitglieder hätten bereits einen Stapel von etwa 150 Koranen aus verschiedenen Teilen der Welt erhalten. „Wir erwarten, mindestens 200 zu verbrennen.“

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