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Stimmen zu George H.W. Bush : Amerika verliert einen „Patrioten und bescheidenen Diener“

Amerikas 41. Präsident, George Bush Sen. Bild: dpa

Der Tod des früheren amerikanischen Präsidenten George H. W. Bush sorgt für Bestürzung und Trauer. Seine Nachfolger würdigen seine Verdienste um die Beendigung des Kalten Krieges.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Er steuerte die USA durch das Ende des Kalten Krieges und gründete eine politische Dynastie: Der ehemalige US-Präsident George H. W. Bush ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Das teilte seine Familie am späten Freitag (Ortszeit) mit. Seine Geschwister und er seien „betrübt bekannt zu geben, dass unser lieber Vater nach 94 außerordentlichen Jahren gestorben ist“, hieß es in einer von seinem Sohn George W. Bush, ebenfalls ehemaliger US-Präsident, im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichten Erklärung.

          Der Verstorbene sei „der beste Vater gewesen, den ein Sohn oder eine Tochter sich wünschen konnte“, hieß es in der Mitteilung. Die gesamte Familie Bush sei „zutiefst dankbar“ für das Leben und die Liebe des 41. Präsidenten der USA.

          Bushs Tod kommt nur wenige Monate nach dem seiner Frau Barbara im April. Die beiden waren 73 Jahre verheiratet gewesen. Der ehemalige Präsident hinterlässt fünf Kinder und 17 Enkelkinder.

          Der Republikaner war von 1981 bis 1989 Vizepräsident unter Ronald Reagan und anschließend vier Jahre lang Regierungschef in Washington. Der hoch dekorierte Kriegspilot und ehemalige CIA-Chef verbrachte nur eine Amtszeit im Weißen Haus. Eine schwache Wirtschaft verhinderte seine Wiederwahl – stattdessen wurde der 22 Jahre jüngere Demokrat Bill Clinton Präsident. Sein Sohn George W. Bush war von 2001 bis 2009 Präsident.

          „Unsere Herzen sind schwer und voller Dankbarkeit“

          Der demokratische Ex-Präsident Barack Obama zeigte sich bestürzt über den Tod von George H. W. Bush. Amerika habe einen „Patrioten und bescheidenen Diener“ verloren, hieß es in einer Erklärung von Barack und Michelle Obama. „Während unsere Herzen heute schwer sind, sind sie auch voller Dankbarkeit.“ Bush habe sein Leben einem Land gewidmet, das er geliebt habe. Er hinterlasse ein Vermächtnis, das niemals erreicht werden könne, „auch wenn er gewollt hätte, dass wir alle es versuchen“.

          Er sei „zutiefst dankbar für jede Minute“, die er mit Präsident Bush verbracht habe und werde diese Freundschaft stets als "eines der größten Geschenke in meinem Leben" erachten, erklärte
          Bushs demokratischer Nachfolger Clinton.

          Auch der amerikanische Präsident Donald Trump würdigte seinen verstorbenen Vorgänger. Durch seine Authentizität, seinen Witz und sein unerschütterliches Bekenntnis an Glaube, Familie und das Land habe er Generationen von Amerikanern zum öffentlichen Dienst inspiriert, hieß es in der Nacht zum Samstag in einer Mitteilung des Weißen Hauses. Bush habe immer einen Weg gefunden, die Messlatte höher zu setzen.

          „Mit einem zuverlässigen Urteilsvermögen, gesundem Menschenverstand und einer unerschütterlichen Führung brachte Präsident Bush unsere Nation und die Welt zu einem friedlichen und siegreichen Abschluss des Kalten Krieges“, hieß es in der Mitteilung weiter. Bush habe die Grundlagen für einen jahrzehntelangen Wohlstand geschaffen. Bei allem, was er vollbracht habe, sei er stets demütig geblieben.

          George H. W. Bush musste in den vergangenen Jahren immer wieder im Krankenhaus behandelt werden. Vor rund zweieinhalb Jahren brach er sich bei einem Sturz in seinem Ferienhaus einen Halswirbel. Zuletzt saß er im Rollstuhl.

          George H.W. Bush feierte seinen 85. Geburtstag mit einem Fallschirmsprung. Bilderstrecke
          George H.W. Bush : Amerikas 41. Präsident George H.W. Bush

          Aus seiner Amtszeit ist vor allem der Krieg zur Befreiung Kuwaits in Erinnerung. Besonderes Profil zeigte er auch nach dem Fall der Berliner Mauer – als einer der ganz wenigen westlichen Staatschefs stellte er sich offen hinter die deutsche Einheit. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl zollte ihm dafür großes Lob.

          Dem Historiker Mark Updegrove zufolge hatte George H. W. Bush keine gute Meinung von Donald Trump und wählte ihn im November 2016 auch nicht – obwohl er der Kandidat seiner Partei war. Trump war der Trauerfeier von Barbara Bush ferngeblieben. Der Präsident ließ ausrichten, „aus Respekt vor der Bush-Familie“ nicht an der Zeremonie teilnehmen zu wollen.

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