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Floyd-Prozess : Ein historisches Urteil

  • -Aktualisiert am

Philonise Floyd, Bruder des getöteten George Floyd, spricht nach der Verurteilung des ehemaligen Polizisten Derek Chauvin zur Presse. Bild: AP

In Minneapolis wurde der Polizist Derek Chauvin wegen Mordes an George Floyd verurteilt. Das war möglich, weil die Beweislage so erdrückend ist. In vielen anderen Fällen kommen Polizeibeamte straffrei davon.

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          „George Floyd“ riefen Hunderte Menschen am Dienstagabend, als sie die Flatbush Avenue im New Yorker Stadtteil Brooklyn entlang marschierten. „No justice, no peace“, konnte man sie noch in den ruhigen Seitenstraßen rufen hören – und zwischendurch hupten Autofahrer, reckten Passanten im Vorbeigehen die Fäuste in die Luft. Kurz zuvor war das Urteil gegen Derek Chauvin bekanntgegeben und der weiße Polizist als Mörder von George Floyd verurteilt worden. Das sei Rechtsprechung, aber noch keine Gerechtigkeit – so sahen es manche Kommentatoren. Doch etliche sprachen von einem Meilenstein. Floyds Bruder Philonese Floyd nannte das Urteil einen historischen Moment für Amerika.

          George Floyd war am 25. Mai 2020 in Minneapolis gestorben, nachdem Chauvin fast zehn Minuten auf seinem Hals gekniet hatte. Der Afroamerikaner, der 46 Jahre alt wurde, war festgenommen worden, nachdem er angeblich mit einer gefälschten Zwanzig-Dollar-Note bezahlt hatte. Eine junge Frau hielt Chauvins Tat in einem Video fest. Die zwölf Geschworenen sprachen ihn am Dienstag wegen Mordes zweiten und dritten Grades sowie wegen Totschlags schuldig. Von Mord zweiten Grades spricht man, wenn das Opfer bei einem tätlichen Angriff ums Leben kommt, der Tod aber nicht vorsätzlich herbeigeführt wurde. Beim Mord dritten Grades wird nicht von Vorsatz, aber von grob fahrlässigem Verhalten und einer moralischen Verkommenheit des Täters ausgegangen. Für das Strafmaß, das der Richter nach dem Urteil der Geschworenen festlegen muss, hat das große Auswirkungen. Der ehemalige Polizeibeamte könnte insgesamt zu einer 75-jährigen Haftstrafe verurteilt werden, falls die Höchststrafen für alle Anklagepunkte addiert würden. Als wahrscheinlicher gilt eine Strafe um die vierzig Jahre für den 45-jährigen.

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