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Russland und Indien : Putins Freunde in Neu Delhi

Wie in früheren Zeiten: Putin beim Treffen mit Indiens Regierungschef Modi in Neu Delhi Bild: Imago

Im Zuge des Grenzstreits mit China hat sich Indien den USA angenähert. Auf die alte Verbindung zu Moskau will Neu Delhi trotzdem nicht verzichten.

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          Viel ist schon über die Rolle geschrieben und gesprochen worden, die Indien in einem zunehmend von China dominierten Asien spielen soll. Als einzigem Staat in der Region wird dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde zugetraut, dem Giganten im Norden etwas entgegenzusetzen. Die Hoffnung, dass Indien sich in eine Eindämmungspolitik gegenüber China und in geringerem Maße auch Russland einbinden lässt, ist auch einer der Gedanken hinter dem strategischen Konzept eines „freien und offenen Indopazifik“ und dem Quadrilateral Security Dialogue (kurz: Quad) der Vereinigten Staaten mit Australien, Japan und Indien. Angesichts des Grenzkonflikts im Himalaja, Pekings rasanter Aufrüstung und des Vordringens chinesischer Kriegsschiffe und U-Boote bis weit in den Indischen Ozean hat sich Indien den USA angenähert.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Dass Indien gleichwohl in anderen Beziehungen seine Unabhängigkeit bewahren will, zeigte sich während des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Neu Delhi Anfang der Woche. Aufnahmen vom Gipfeltreffen in der indischen Hauptstadt zeigten Ministerpräsident Narendra Modi und Präsident Putin in lachender Eintracht. Die beiden Gesprächspartner knüpften an die Tradition der indisch-russischen Freundschaft an, die auf die Zeit der Sowjetunion zurückgeht. „In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Welt grundlegende Veränderungen und Änderungen von geopolitischen Gleichgewichten erlebt, aber die Freundschaft zwischen Indien und Russland ist eine Konstante geblieben“, sagte Modi. „Wir sehen Indien als eine Großmacht“, sagte Putin. Und: „Unsere Militärbeziehungen sind ohne Parallele.“

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