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„Generation Z“ : Warum sich junge Türken von Erdogan abwenden

Lokal in Istanbul: Die „Generation Z“ interessiert sich für gesellschaftliche Fragen und die Umwelt. Konflikte und Kriege lehnt sie ab. Bild: Picture-Alliance

Mit dem Präsidenten und der AKP können viele nichts anfangen. Sie träumen von Freiheit, die sie in ihrem Land nicht bekommen. Viele wollen deshalb weg.

          6 Min.

          Ilayda ist 18 Jahre alt. Wie die allermeisten Türken ihrer Generation lebt sie mit den sozialen Medien. Auf Youtube ist sie jeden Tag unterwegs. So schaute sie auch am 26. Juni den Youtube-Kanal des türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan an. Das war zwei Tage vor ihrer großen Prüfung für die Hochschulzulassung. Die Prüfung entscheidet über den weiteren Gang des Lebens. Landesweit wurden an jenem Wochenende 2,5 Millionen Schulabsolventen über den Stoff abgefragt, den sie irgendwann einmal gelernt hatten. Von dem Ergebnis hängt ab, zu welchem Fach junge Türken zugelassen werden – und vor allem, an welcher Universität.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Auch wenn die Prüfung kurz bevorstand, wollte Ilayda hören, was Erdogan zu sagen hatte. Denn er hatte die Prüfung, die wegen Covid-19 zunächst auf Ende Juli verschoben worden war, kurzfristig um einen Monat vorgezogen. Als Grund vermuten viele, dass er dem Tourismus damit einen Gefallen tun wollte. Wenn schon die ausländischen Urlauber nicht kommen in diesem Jahr, sollen wenigstens die Türken die Hotels und Strände am Mittelmeer füllen und nicht durch Prüfungen an ihre Wohnorte gebunden sein.

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