https://www.faz.net/-gpf-a2amu

Generalstreik in Belarus : Aufstand gegen ihren Staat

  • Aktualisiert am

Mitarbeiter des in Staatsbesitz befindlichen Fahrzeugherstellers BelAZ protestieren gegen den belarussischen Präsidenten Alexandr Lukaschenka. Bild: AP

In Belarus sind zahlreiche Angestellte staatlicher Betriebe in Streik getreten. Sie solidarisieren sich mit den Demonstranten und fordern ein Ende der Gewalt.

          1 Min.

          In Belarus haben sich offenbar zahlreiche Angestellte staatlicher Betriebe einem Generalstreik angeschlossen. Sie protestieren damit gegen mutmaßliche Wahlfälschungen durch den belarussischen Präsidenten und Langzeitmachthaber Alexandr Lukaschenka und die Gewalt, die seit der Präsidentenwahl am Sonntag von Sicherheitskräften des Landes ausgeübt wird. Gegner des Präsidenten hatten seit Dienstag zum Streit aufgerufen.

          Aufnahmen des unabhängigen Portals Tut.by zeigen etwa Arbeiter des staatlichen Minsker Automobilwerks MAZ, die zu Hunderten ihre Arbeit niedergelegt haben und „Wahlen“ skandieren. Noch am Dienstag hatte der Generaldirektor von MAZ versichert, man arbeite wie gewohnt. Wie der belarussische Journalist Franak Viačorka am Donnerstag auf Twitter schrieb, streiken auch die Mitarbeiter der belarussischen Staatsphilharmonie in der Hauptstadt Minsk. Fotos zeigen, wie sie vor dem Konzertgebäude Masken Blumen in den Händen halten und eine Buchstabenkette bilden, auf der steht: „Meine Stimme wurde gestohlen.“ Auch Forderungen nach einen Ende der Gewalt oder „für die Nation“ werden laut.

          Viačorka und die an der Uni Bremen forschende belarussische Politikwissenschaftlerin Olga Dryndova teilen auf Twitter ebenso Aufnahmen, auf denen streikende Angestellte des sich in Staatsbesitz befindenden Fahrzeugherstellers BelAZ in der Stadt Schodsina rund 55 Kilometer östlich von Minsk zu sehen sein sollen. Ein Video aus einem staatlichen Betrieb in der nordbelarussischen Stadt Hrodna zeigt, wie Mitarbeiter fragen: „Wo sind seine achtzig Prozent?“ Sie spielen damit auf den Stimmenanteil an, den Lukaschenka bei der Wahl am Sonntag laut offiziellen Ergebnissen erhalten haben soll. Unterdessen gingen in der Hauptstadt Minsk und anderen Städten des Landes schon im Laufe des Donnerstags mehr Menschen auf die Straße, als dies bisher der Fall gewesen ist; üblicherweise hatten die Proteste am Abend ihren Höhepunkt.

          Weitere Themen

          „Ich habe die Leute ernst genommen“

          Merkels Nachfolgerin : „Ich habe die Leute ernst genommen“

          Sie beerbt Angela Merkel in deren Wahlkreis Vorpommern-Rügen – Vorpommern-Greifswald I: Anna Kassautzki von der SPD. Was sich im Wahlkreis ohne den Kanzlerinnenbonus ändern könnte, erklärt sie im Interview.

          Das sagen die Parteien zum Wahlausgang Video-Seite öffnen

          Livestream : Das sagen die Parteien zum Wahlausgang

          Nach der Bundestagswahl hat im politischen Berlin die Analyse der Ergebnisse beginnen. Was sagen die Spitzenkandidaten nach den ersten Gremiensitzungen? Verfolgen Sie die Pressekonferenzen hier im Livestream.

          Habeck: Werden zuerst auf die FDP zugehen

          Liveblog Bundestagswahl : Habeck: Werden zuerst auf die FDP zugehen

          Scholz: SPD, Grüne und FDP haben „sichtbaren Auftrag“ +++ Sachsens Ministerpräsident sieht klare Wechselstimmung gegen CDU +++ Hofreiter will Gemeinsamkeiten ausloten +++ Vorläufiges Endergebnis +++ Alle Entwicklungen zur Bundestagswahl im Liveblog.

          Topmeldungen

          Norbert Walter-Borjans am Montag in Berlin

          Wer bildet die Regierung? : Die SPD lockt die Liberalen mit Drohungen

          Die Führung der SPD sucht mit merkwürdigen Methoden nach einem Partner. Gegenüber der FDP und ihrem Vorsitzenden wird sie geradezu beleidigend. Deren Vorstellungen seien „Voodoo-Ökonomie“, sagt Norbert Walter-Borjans.

          Livestream : Das sagen die Parteien zum Wahlausgang

          Nach der Bundestagswahl hat im politischen Berlin die Analyse der Ergebnisse beginnen. Was sagen die Spitzenkandidaten nach den ersten Gremiensitzungen? Verfolgen Sie die Pressekonferenzen hier im Livestream.
          Gregor Gysi am Sonntagabend in Berlin

          Einzug ins Parlament : Die drei Retter der Linkspartei

          Die Linke ist bei der Bundestagswahl unter die Fünf-Prozent-Hürde gefallen. Trotzdem darf sie mit 39 Abgeordneten ins neue Parlament. Das hat sie drei Kandidaten zu verdanken, die ihre Wahlkreise gewonnen haben.
          Christian Lindner, Olaf Scholz und Annalena Baerbock im Juni in Berlin

          Analyse der Bundestagswahl 2021 : Welche Koalition wollen die Wähler?

          Wie die SPD im Lauf des Wahlabends aufholte, wieso die Kandidaten für diese Wahl entscheidend waren – und warum die FDP bei den Erstwählern die Grünen abhängt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.